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Trump beim G-20-Gipfel : Hamburgs heikelster Gast

  • -Aktualisiert am

Auf dem Weg nach Europa: Donald Trump mit Ehefrau Melania beim Besteigen der „Air Force One“ Bild: dpa

Donald Trump ist das Hassobjekt der G-20-Demonstranten. Für ihn gilt deswegen die höchste Sicherheitsstufe bei seinem Besuch in Hamburg. Wie wird der amerikanische Präsident geschützt und wo schläft er?

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          Schon von weitem war das Dröhnen der Rotorblätter zu hören. Die Polizei hatte die umliegenden Straßen abgesperrt. Um eine Liegewiese an der Außenalster versammelten sich zahlreiche Schaulustige, die Smartphones und Kameras gezückt. Kurz danach landeten nacheinander vier Hubschrauber am Ufer – darunter grüne Transporthubschrauber vom Typ Boeing CH-47F Chinook der amerikanischen Armee und grün-weiße Hubschrauber vom Typ Sikorsky VH-60 White Hawk – um dann sofort wieder aufzusteigen und davonzurauschen. Das alles hielt die Hamburger Polizei in einem Video auf Facebook fest.

          Auf Wunsch der amerikanischen Sicherheitsbehörden probte die Hamburger Polizei zusammen mit der amerikanischen Armee am Dienstag den Ernstfall, unweit des Gästehauses des Hamburger Senats, einer weißen Kaufmannsvilla, in welcher der amerikanische Präsident Donald Trump während des G-20-Gipfels in der Hansestadt vermutlich übernachten wird. Simuliert wurde die Rettung des Präsidenten. Dabei ging es nach Angaben der Polizei auch um das Zusammenspiel der Sicherheitskräfte. Insgesamt waren sechs amerikanische und drei deutsche Hubschrauber in der Luft, darunter auch zwei von der Bundespolizei und die „Libelle“ der Hamburger Polizei.

          Übung an der Alster: Ein Marine-Hubschrauber der amerikanischen Streitkräfte landet auf einer Liegewiese unweit von Trumps wahrscheinlicher Herberge.
          Übung an der Alster: Ein Marine-Hubschrauber der amerikanischen Streitkräfte landet auf einer Liegewiese unweit von Trumps wahrscheinlicher Herberge. : Bild: dpa

          Schon ohne Donald Trump sind die Sicherheitsvorkehrungen beim anstehenden Gipfel enorm. Mehr als 19.000 Polizisten aus ganz Deutschland werden im Einsatz sein, ebenso wie 28 Hubschrauber, 185 Hunde, 70 Pferde, 3000 Fahrzeuge, darunter 40 Wasserwerfer und mehrere Boote. „Wenn wir es brauchen, packen wir es aus“, kündigte G-20-Einsatzleiter Hartmut Dudde an. Die Polizei rechnet allein mit etwa 8000 gewaltbereiten Linksextremisten.

          Trotzdem ist für Hamburgs Polizei vor allem Donald Trumps Besuch heikel, schon weil der amerikanische Präsident polarisiert wie kein zweiter und zum Anlass zahlreicher Demonstrationen werden dürfte. In einem Dossier des Bundeskriminalamtes, das dem Magazin „Focus“ vorliegt, wird die Befürchtung geäußert, dass Trump mit Provokationen die Stimmung möglicherweise noch aufheizen könnte.  „Entscheidungen des US-Präsidenten waren in den vergangenen Monaten nur schwer vorherzusehen. Verbunden mit einer breiten Medienaufmerksamkeit sind vergleichbare Entscheidungen oder Äußerungen jederzeit geeignet, die Proteste gegen den G-20-Gipfel entsprechend zu beeinflussen“, zitiert das Magazin aus dem BKA-Dossier.

          Die Hamburger Polizei rechne mit massiven Protesten, die „durch die Anwesenheit von Reizfiguren wie dem amerikanischen Präsidenten Trump, … und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan befördert werden“. Deswegen gilt für Trump und Erdogan dem Bericht zufolge als einzige ausländische Regierungschefs die höchste Sicherheitsstufe „GS1.“

          „Wir passen auf Herrn Trump auf, egal, wo er schläft“

          Um den amerikanischen Präsidenten besser zu schützen, wird er im Gegensatz zu anderen Staatschefs wohl nicht in einem Hotel in der Innenstadt untergebracht sein, sondern etwas außerhalb am Ufer der Außenalster – in der Gästevilla des Hamburger Senats, unweit des amerikanischen Generalkonsulats. Hamburgs Innensenator wollte sich zu Trumps Logis im Gästehaus nicht äußern, sondern ließ auf einer G-20-Pressekonferenz lediglich verlauten: „Wir passen auf Herrn Trump auf, egal, wo er schläft. Aber wir sagen nicht wo.“ Kurzzeitig war auch schon vermutet worden, dass der amerikanische Präsident in Berlin wohnen und täglich mit dem Helikopter nach Hamburg geflogen werde.

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