https://www.faz.net/-ijb-8zscp

G-20-Akkreditierungen : „Reichsbürger“ und Linksextreme unter ausgesperrten Journalisten

  • Aktualisiert am

Das Medienzentrum für Journalismus, das anlässlich des G-20-Gipfels in Hamburg eingerichtet wurde. Bild: dpa

Der Entzug der Akkreditierung für 32 Journalisten beim G-20-Gipfel hat für Wirbel gesorgt. Die Erklärung der Bundesregierung: Unter den Angemeldeten seien verurteilte Straftäter gewesen.

          1 Min.

          Unter den vom G-20-Gipfel kurzfristig ausgeschlossenen Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums verurteilte linksextreme Straftäter und ein mutmaßlicher „Reichsbürger“ gewesen. Manche der 32 Betroffenen seien etwa als Anführer sogenannter schwarzer Blöcke bei Demonstrationen aufgefallen, die sich „extrem gewalttätig“ verhalten hätten, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Über eine Person habe es „verdichtete Erkenntnisse“ gegeben, dass sie zu den rechtsextremen „Reichsbürgern“ gehöre.

          Bundespresseamt und Innenministerium stehen wegen des Ausschlusses der 32 Männer und Frauen unter Druck, die zunächst eine Zulassung für die Berichterstattung in Hamburg erhalten hatten und somit auch vom Bundeskriminalamt überprüft worden waren. Jeder Fall werde nun noch einmal genau geprüft, sagte der Sprecher. „Natürlich sollten idealerweise alle Erkenntnisse vorliegen, bevor es zur Akkreditierung kommt.“ Vorwürfen, dass die Betroffenen nicht über die Gründe informiert worden seien, gehe man ebenfalls nach.

          Seibert: Neubewertung der Gesamtlage

          Im Vorfeld des Gipfels sei keine Akkreditierungsanfrage wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, der auch der Chef des Bundespresseamts ist. Am Donnerstagabend seien ihm zusätzliche Sicherheitsbedenken und eine Neubewertung der Gesamtlage zugetragen worden, die zu dem Ausschluss geführt hätten. Insgesamt waren rund 5100 Journalisten zugelassen. Seibert kündigte an, sich unter anderem mit Journalistenverbänden über das Thema auszutauschen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.