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Flüchtlingskrise : Amnesty International: G20 verhalten sich „grob fahrlässig“

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Afrikanische Flüchtlinge Anfang Februar vor der libyschen Küste Bild: AP

Vor dem Beginn des Gipfels in Hamburg macht der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, den G-20-Staaten heftige Vorwürfe. Sie lieferten sich einen Wettlauf darum, in der Flüchtlingskrise möglichst wenig Verantwortung zu übernehmen, schreibt Shetty in der F.A.Z.

          Der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, wirft den G-20-Staaten vor, bei der globalen Flüchtlingskrise „grob fahrlässig“ zu handeln. In einem Gastbeitrag für die F.A.Z. vom Freitag schreibt er, viele G-20-Staaten, nicht zuletzt die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Australien, lieferten sich einen Wettlauf darum, so wenig Verantwortung wie möglich zu übernehmen.

          Shetty fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, gegenüber dem amerikanischen Präsidenten Trump beim G-20-Gipfel hart aufzutreten, sollte sie es mit der globalen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung ernst meinen. Shetty schreibt, das Jahr 2017 sei „auf dem besten Weg, das bisher tödlichste Jahr auf der zentralen Mittelmeer-Route Richtung Europa seit Erfassung der Todesfälle zu werden“. Er kritisiert die „engstirnige Haltung der EU-Regierungen zu der Tragödie vor ihren Küsten“.

          Shetty: Die Migration wird zunehmen

          Statt Such- und Rettungsoperationen zu vereinbaren, hätten die Regierungen ihre Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache verstärkt, um Flüchtlinge und Migranten fernzuhalten. Dies habe dazu geführt, dass Todesfälle drastisch zunähmen und auch die Zahl der Menschen, die nach Libyen zurückgeführt würden, wo ihnen Folter, Vergewaltigung, Verschleppung und Tod drohten.  

          Macht den G-20-Staaten heftige Vorwürfe wegen ihrer Flüchtlingspolitik: der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty

          Shetty rechnet damit, dass es in naher Zukunft zu mehr Migration kommen werde. So werde der Klimawandel zu Wanderbewegungen von neuem Ausmaß führen. Es gebe jedoch kaum Anzeichen dafür, dass die G-20 diese Entwicklung verstanden hätten und rasch handeln würden.

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