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Unser Autor: Patrick Schlereth Bild: Robert Wenkemann

Freitag, 4. Dezember : Ein langer Corona-Endspurt und eine weitere Thüringer Posse

  • Aktualisiert am

          3 Min.

          Liebe Leserin, lieber Leser,

          der lang ersehnte Durchbruch beim Impfstoff ist noch nicht lange her, aber die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie geben wenig Anlass zur Euphorie. Kliniken stoßen an ihre Belastungsgrenzen, die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle steigt: In den letzten 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 23.449 Neuinfektionen und 432 Todesfälle. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, rechnet mit „vielen weiteren Toten“ in den kommenden Wochen und warnt vor immer mehr Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen. Mein Kollege Jasper von Altenbockum schreibt in seiner Leitglosse: „Wer so viel über Schulen, aber so wenig über Heime streitet, ist vielleicht in der falschen Richtung unterwegs.“ 

          Baden-Württemberg verschärft, Söder wartet noch

          Angesichts der bedenklichen Zahlen zeigte sich kaum jemand überrascht über die Verlängerung des „Lockdown Light“ bis zum 10. Januar. Manchen geht dieser noch nicht weit genug. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder etwa zeigt Sympathien für einen härteren und kürzeren Lockdown und stellt weitere Kontaktbeschränkungen in Aussicht, wenn sich die Lage nicht bessert. Baden-Württemberg ist schon einen Schritt weiter: Bewohner in Corona-Hotspots dürfen nachts nur noch mit triftigen Gründen das Haus verlassen. Bevor die „Querdenker“ angesichts dieser trüben Aussichten in Scharen und unmaskiert auf die Straßen strömen, um sich über die „Corona-Diktatur“ zu empören, sollten sie ihre Beziehungen überdenken. Auch wegen eines Treffens mit Anhängern der sogenannten „Reichsbürger“ im November könnte die „Querdenken“-Bewegung laut dem Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer zum Verdachtsfall erklärt werden. In seinem Kommentar fordert Reinhard Müller, der Staat müsse „genau hinschauen – auch jeder Bürger, dem (Versammlungs-)Freiheit lieb ist“.

          Wird Immunität von Ramelow und Höcke aufgehoben?

          Bleiben wir bei Thüringen, wo sich zehn Monate nach der Wahl von FDP-Politiker Thomas Kemmerich zum Kurzzeitministerpräsidenten von Gnaden der AfD die nächste Posse anbahnt. Der Justizausschuss des Landtags könnte heute entscheiden, ob die parlamentarische Immunität zweier Abgeordneter aufgehoben wird. Namentlich geht es um Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei, der dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller den Stinkefinger gezeigt und ihn einen „widerlichen Drecksack“ genannt hatte. Und es geht um AfD-Fraktionschef Björn Höcke, der zwei Strafanzeigen wegen Volksverhetzung und Verleumdung am Hals hat. Unter anderem geht es um eine Äußerung in den sozialen Medien, die sich gegen Seenotretterin Carola Rackete richtet. Über die Entwicklungen im Landtag halten wir Sie auf FAZ.NET auf dem Laufenden.

          Zur Not schiebt Höcke jeglichen fragwürdigen Social-Media-Post einfach auf seinen bösen Zwillingsbruder, den Bernd. Selbst in der eigenen Partei herrscht Verwirrung über den Vornamen des AfD-Politikers. In der Einladung zu einer Veranstaltung des nordrhein-westfälischen Landesverbands war gleich zweimal von einem „Bernd Höcke“ die Rede. Oliver Welkes Verwirrspiel in der „heute-show“ hat offenbar Eindruck hinterlassen.

          Und sonst? Beschäftigt sich der F.A.Z. Podcast für Deutschland mit der Frage, was wir vom Weltumsegler Boris Herrmann lernen können. Tritt Pianist Igor Levit im Dannenröder Forst auf. Gibt die amerikanische Regierung die Arbeitslosenquote für den November bekannt. Beschäftigt sich die UN-Vollversammlung in einer zweitägigen Sondersitzung mit der Corona-Pandemie. Wird im türkischen Prozess gegen den im Exil lebenden Journalisten Can Dündar ein Urteil erwartet.

          Die Nacht in Kürze:

          Der amerikanische Kongress will den von Präsident Trump angekündigten Truppenabzug aus Deutschland stoppen.

          Unterdessen hat der gewählte Präsident Joe Biden dafür geworben, dass alle Amerikaner 100 Tage lang Maske tragen. Zudem will er sich öffentlich impfen lassen.

          Die ursprünglich geplanten 100 Millionen Impfdosen wird Pfizer in diesem Jahr nicht mehr ausliefern können – der Konzern hat sein Lieferziel für den Impfstoff halbiert.

          Kommen Sie gut ins zweite Adventswochenende

          Patrick Schlereth

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