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Frankreichs Umwelt-Aktivisten : Gewalt bei Demos gegen Polizeigewalt

  • Aktualisiert am

In Toulouse setzt ein Demonstrant eine Barrikade in Brand Bild: dpa

Seit dem Tod eines jungen Demonstranten gärt es in Frankreich. Umweltschutz und Kapitalismuskritik verbinden sich zu einer Bewegung, die vor Konfrontationen mit der Staatsmacht nicht zurückschreckt.

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          Einen Monat nach dem Tod eines jungen Demonstranten bei Protesten gegen einen Staudamm in Frankreich haben in rund 20 Städten des Landes hunderte Menschen gegen Polizeigewalt demonstriert. In Toulouse im Südwesten Frankreichs und im westfranzösischen Nantes lieferten sich Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war. Insgesamt 26 Demonstranten wurden festgenommen.

          In Toulouse versammelten sich nach Polizeiangaben 450 Menschen, die Organisatoren zählten 600 Teilnehmer. Die Demonstranten marschierten hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Nein zum Staudamm von Sivens, nein zur Polizeigewalt“. Bei den Protesten gegen den unweit von Toulouse geplanten Staudamm in der Nähe von Albi war Ende Oktober der 21 Jahre alte Umweltaktivist Rémi Fraisse durch eine Polizeigranate getötet worden.

          Nicht genehmigte Kundgebung

          Der Protestmarsch in Toulouse verlief am Vormittag zunächst friedlich. Am Nachmittag versammelten sich rund 500 Menschen zu einer weiteren, nicht genehmigten Demonstration. Auch hier blieb es weitgehend ruhig, einige Teilnehmer tanzten und sangen. Als dann einige Teilnehmer versuchten, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, setzte die Polizei Tränengas ein. Laut Polizei wurden zwei Beamte durch Wurfgeschosse verletzt. Zwölf Menschen seien festgenommen worden.

          In Nantes nahmen laut Polizei 1200 Menschen an einem Protestmarsch teil. Auf einem Transparent stand „Entwaffnet die Polizei“. Der Marsch richtete sich zugleich gegen die massive Polizeigewalt bei einer Demonstration von Flughafengegnern in Nantes im Februar. Damals hatten drei Demonstranten jeweils an einem Auge das Augenlicht verloren.

          Tränengas und Wasserwerfer

          Bei dem Protest am Samstag warfen Teilnehmer nach Angaben der Polizei Geschosse auf die Einsatzkräfte. Die Polizei habe daraufhin Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Nach der Auflösung der Demonstration zündeten gewaltbereite Demonstranten Mülltonnen an und zerstörten das Schaufenster einer Bank. 14 Menschen wurden festgenommen.

          In Paris kamen etwa hundert Menschen zusammen, um der Verlesung der Namen von Opfern von Polizeigewalt beizuwohnen. Proteste gab es auch in Bordeaux, Dijon, Grenoble, Marseille und anderen Städten.

          Rémi Fraisse war der erste Tote bei Protesten in Frankreich seit 1986; der Vorfall löste einen Schock aus. Der Bau des umstrittenen Staudamms wurde auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. In der Folge gab es bei Protesten immer wieder Zusammenstöße mit der Polizei.

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