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Frankfurter Löwen : Verlorene Leichtigkeit

  • -Aktualisiert am

Vergangene Zeiten: Die Frankfurter Löwen als Meister der DEL 2 im vergangenen Jahr. Bild: Picture-Alliance

Bei den Löwen zeigt sich eine erste kleine sportliche Delle auf dem Eis. „Wir müssen einen Gang zulegen“, sagt Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor der Frankfurter Löwen.

          Als Antti Kerälä Ende November erstmals bei einem Punktspiel das Eis betrat, war die Begeisterung groß. Schließlich hatten sich die Löwen Frankfurt nach dem großen Umbruch im Sommer in den 21 Spielen der zweiten Deutschen Eishockey-Liga auch ohne ihren vierten ausländischen Kontingentspieler in eine hervorragende Position gebracht. Und – so die Schlussfolgerung vieler Beobachter – mit dem finnischen Stürmer in der jungen Mannschaft, der in seinem Heimatland 386 Spiele (161 Punkte) in der deutlich anspruchsvolleren ersten Liga absolviert hat, könne es nun doch nur noch besser laufen. Doch der Spielmacher, der sich in der Vorbereitung eine Nervenverletzung an der Hand zugezogen hatte, ist nach neun absolvierten Spielen noch nicht der gewünschte Faktor im Spiel der Löwen. Die fehlende Spielpraxis ist dem 31 Jahre alten Angreifer nach knapp einem Jahr ohne Einsatz noch deutlich anzumerken.

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          Dass es zuletzt nicht nur bei Kerälä, sondern auch bei einem Großteil des Teams so wirkte, als sei die Leichtigkeit abhanden gekommen, die das Offensivspiel in der Anfangsphase der Saison ausgezeichnet hatte, führt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier auf die Ausgeglichenheit der Liga und die vermeintlich schwächeren Teams zurück, die zuletzt immer stärker aufspielten. Den Letzten und den Tabellenzehnten trennen derzeit nur sechs Punkte. „Diese Teams spielen jetzt schon ihre Play-offs, weil es für sie um alles geht“, sagt der Sportdirektor. Gleiches gelte für Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld wie Kassel oder Dresden, die mit größeren Ambitionen gestartet waren und für die es nun um die direkte Qualifikation für die Endrunde geht: „Wir müssen einen Gang zulegen und diese Phase immer besser annehmen“, sagt Fritzmeier, der mit den vergangenen Spielen nicht zufrieden gewesen ist: „Ganz im Gegenteil. Aber die Trainer haben intern auch viele Dinge angesprochen.“

          Erste kleine sportliche Delle

          Man müsse wieder einfacher und mit mehr Zug zum Tor spielen, hatte Trainer Matti Tiilikainen schon vor Weihnachten erkannt. Waren es zu Saisonbeginn die schwache Chancenverwertung und die vielen unnötigen Strafzeiten, die Punkte kosteten, ist es aktuell die Schwierigkeit, sich im Fünf-gegen-Fünf- und vor allem im Überzahl-Spiel gegen immer besser auf das Löwen-Spiel eingestellte Defensivreihen gute Chancen herauszuspielen. Ein weiterer Grund für die erste kleine sportliche Delle liegt darin, dass sich Spieler wie Lukas Koziol, Matthew Pistilli oder Mathieu Tousignant, die in den ersten 15 Spielen zusammen noch auf 56 Scorerpunkte kamen, aktuell in einer kleinen Formkrise befinden.

          Beim 3:2 nach Penaltyschießen gegen Crimmitschau am Mittwoch hat Fritzmeier schon wieder Fortschritte erkennen können: „Da haben wir schon wieder viel besser gearbeitet und sind viel besser zum Tor gekommen. Und man hat gesehen, dass es alle kapiert haben.“ Obwohl es sportlich nun zum ersten Mal auch über den Zeitraum von mehreren Spielen berechtigte Kritikpunkte gibt, ist Fritzmeier mit der bisherigen Saison „insgesamt trotzdem sehr zufrieden“, weil die Ausbeute beim Tabellenvierten stimmt. Der Vorsprung auf die Pre-Play-off-Ränge beträgt schon zehn Punkte. Daher will der Sportdirektor vor dem Auswärtsspiel an diesem Freitag gegen Freiburg keine Unruhe aufkommen lassen. „Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, dann bleiben wir ruhig und geben weiter Gas“, sagt Fritzmeier, der jedoch auch deutliche Worte an die Spieler richtet, die derzeit nicht auf ihrem Toplevel spielen: „Sie müssen schnell wieder an ihre Spitzenleistung herankommen und diese auch auf einem höheren Level bringen als zu Saisonbeginn.“

          Aufschlussreich ist die derzeitige Phase der Saison für den Sportdirektor allemal. Nicht nur, weil die vielen Spiele rund um den Jahreswechsel aufgrund der großen Bedeutung für die meisten Gegner und den deshalb gestiegenen Anforderungen die optimale Vorbereitung auf die Play-offs sind: „Es wird sich zeigen, wer in der Lage ist, den Prozess auch in Zukunft mit uns weiterzugehen“, sagt Fritzmeier, der noch einmal betont, dass die Löwen gerne Meister werden würden. Doch der Fokus seines Dreijahresplans liegt auf der Saison 2020/21, in der der Aufstieg in die Deutsche Eishockey wieder möglich sein wird. Um dann noch dabei zu sein, wird sich auch Kerälä steigern müssen.

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