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ZEISS Photography Award 2020 : Mit Stillleben zum Sieger werden

Gewinnerbild: Für „Metamorphosis“ hat KyeongJun Yang eine Schwarz-Weiß-Serie mit Porträts und Stillleben fotografiert, in deren Zentrum Julie Chen steht. Die junge Frau zog nach der Trennung ihrer Eltern im Alter von zwölf Jahren von China in die USA und lebt seitdem dort. Bild: KyeongJun Yang/ZEISS Photography Award 2020

KyeongJun Yang aus Südkorea ist der Gewinner des ZEISS Photography Award 2020. Neun weitere Fotografen kamen in die engere Auswahl.

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          Zum fünften Mal wurde der Wettbewerb gemeinsam mit der World Photography Organisation ausgeschrieben. Mit seiner Bilderserie „Metamorphosis“ wirft der Gewinner KyeongJun Yang ein Schlaglicht auf die Erfahrungen von Einwanderern in den Vereinigten Staaten.

          Im Rahmen der diesjährigen Ausschreibung wurden Fotografinnen und Fotografen gebeten, eine Reihe von Arbeiten einzureichen, die sich auf das Thema „Seeing Beyond – Discoveries“ konzentrieren. Die Aufgabe konnte vielfältig interpretiert werden – von persönlichen Erfahrungen bis hin zu wissenschaftlichen oder technologischen Durchbrüchen, die zu gesellschaftlichen Veränderungen führen.

          Yang erhält als Gewinner Zeiss Objektive im Gesamtwert von 12.000 Euro sowie einen Zuschuss von 3000 Euro für sein nächstes fotografisches Projekt.

          Neun weitere Fotografen schafften es in die engere Auswahl. Zur diesjährigen Shortlist gehören:

          Die brasilianische Fotografin Luisa Dörr porträtiert in ihrer Serie die „Fighting Cholitas“, eine Gruppe von indigenen Frauen in traditioneller bolivianischer Kleidung, die in Ringkämpfen auftreten. Einst als eine der am stärksten marginalisierten Gemeinschaften des Landes betrachtet, sind sie nach Bürgerrechtskampagnen in den 1960er Jahren für viele zu einem Symbol für die Emanzipation der Frauen geworden.
          In seinem Werk „Sakhawood“ dokumentiert Alexey Vasilyev (Russland) die populäre Filmindustrie in der abgelegenen Region Jakutien in Russland. Jährlich werden dort sieben bis zehn Spielfilme produziert, die von romantischen Komödien bis hin zu Märchen reichen und oft auf lokalen Legenden basieren. Obwohl es sich dabei um Amateurfilme handelt, haben diese Filme auf internationalen Festivals zunehmend Anerkennung gewonnen. Einige boten sogar den Hollywood-Blockbustern in den örtlichen Kinosälen Paroli.
          Inspiriert von den großen Entdeckern und Expeditionen der Vergangenheit widmet sich der Niederländer Jorritt T. Hoen exotischen Aquarien und Terrarien in heimischen Wohnzimmern. Seine Bilder zeigen diese Miniatur-Landschaften aus entlegenen Erdteilen, die ihre Besitzer in ihrem Zuhause aufgestellt haben.
          Alena Zhandarova aus Russland ließ sich von der viktorianischen Ära gängigen Praxis inspirieren, bei der kleine Kinder, die für die Kamera posierten, von ihren verdeckten Müttern still gehalten. Indem sie diese Praxis in ihren Fotografien nachbildet, kommentiert Zhandarova den sozialen Status von Müttern, die sich neben ihren Kindern oft unsichtbar oder zweitrangig fühlen.
          Mit seinen Bildern weist der deutsche Fotograf Robin Hinsch auf die ökologische Krise sowie die verheerenden Auswirkungen der anhaltenden Ölkatastrophe und des Abbrennens von Erdgas entlang des Nigerdeltas hin.
          Auch der italienische Fotograf Stefano Sbrulli widmet sich der Umweltzerstörung durch den Menschen. Seine Bilder werfen ein Schlaglicht auf den Bergbau nahe des Kraters El Tojo in Peru, durch den die dortige Zivilgesellschaft entrechtet und die Umwelt in hohem Maße verseucht wurde.
          Die Serie „Like a father, Like a mountain“ des chinesischen Pan Wang erzählt von der Reise zur großen Qinling-Gebirgskette. Dort erwachen Momente aus der Kindheit des Fotografen und die Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater wieder zum Leben.
          Die Bilderserie des Litauers Tadas Kazakevicius zeigt Landschaften und Porträts der Einheimischen auf der Kurischen Nehrung. Diese Dünenlandschaft trennt das Kurische Haff von der Ostsee und ist reich an Geschichte und lokaler Mythologie.
          Die deutsche Fotografin Magdalena Stengel untersucht in ihrer Serie „±100“ in unterhaltsamen Porträts das Phänomen der immer älter werdenden Menschheit und hat sich hierfür Männer und Frauen zwischen 90 und 100 Jahren ausgesucht.

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