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Wilderer im Kongo : Python zum Mittagessen

Illegales Ziel im Visier: ein Wilderer auf der Jagd im Busch. Bild: Thomas Nicolon/Reuters

Im kongolesischen Busch lebt es sich unter erschwerten Umständen. Um sich ihr kleines Einkommen aufzubessern, gehen Menschen aus dem kleinen Städtchen Mbandaka in die Wildnis, um illegal zu jagen und das Fleisch auf den lokalen Märkten zu verkaufen.

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          Einmal im Monat verlässt Mohamed Esimbo Matongu seine Heimatstadt Mbandaka, um nach wilden Tieren zu jagen. Obwohl er in einer staatlichen Dienststelle tätig ist, muss er sich Nebeneinkünfte suchen, um finanziell jeden Monat über die Runden zu kommen.

          „Als ich Teenager war, musste ich nie weiter als zehn Kilometer flussaufwärts fahren, um Tiere zu finden. Heute sind es bis zu 40 Kilometer, um anständig jagen zu können“, sagt der 61 Jahre alte Matongu. Wenn er jagen geht, leiht er sich ein Kanu und ein paar Paddel. Mit im Gepäck sind sein Gewehr, Patronen und genug kwanga, traditionelles Brot, hergestellt aus dem Maniokstrauch.

          Nahe am Fluss Kongo hat er sich eine Hütte gebaut, in der er einige Tage lebt und von wo aus er dann Tag und Nacht loszieht, auf der Suche nach Beute. Er hat keine bestimmten Ziele. Affen, Krokodile oder Flussschweine. Selbst Pythons hat er schon gejagt.

          Bis in die 1990er Jahre hat Matongu immer nur für seinen eigenen Bedarf gejagt. Aber der wachsende Appetit und die schnell wachsenden afrikanischen Städte haben den Bedarf in die Höhe steigen lassen und aus der Wilderei wurde ein lukratives Geschäft.

          Laut Recherchen werden jährlich sechs Millionen Tonnen illegal gewildertes Fleisch aus dem kongolesischen Busch verkauft und verzehrt. Michel Bakanza vom örtlichen WWF-Verband sieht viele Arten schon verschwinden. Viele Arten, wie Bonobos und Schuppentiere, sind nach internationalem Recht geschützt. Aber den Regierungen fehlt die Übersicht.

          Matongu beklagt sich: „Wie soll ich mit 75 Dollar für meine Frau, vier Töchter, zwei Brüder und einen Neffen sorgen? Manchmal werde ich Ende des Monats nicht einmal ausgezahlt. Das ist Kongo, wir versuchen alles, um es zu schaffen.“

          Nach einigen Tagen auf der Jagd hat Matongu genug. Sein Fleisch verkauft er je nach Spezies für sieben Dollar bis 60 Dollar auf den Märkten von Mbandaka, einen Teil seiner Beute behält er für sich und seine Familie.

          Mohamed Esimbo Matongu bringt Schilf zur Bedachung seiner kleinen, illegalen Jagdhütte.
          Auf den Booten am Lingunda Markt wird illegal geschossenes Fleisch verkauft.
          Trügerische Schönheit. Wer den Busch nicht kennt, ist schnell verloren.
          Fleisch der Bonobo Affen anzubieten ist illegal, dennoch ist es in Mbandaka kein Problem es zu beschaffen.
          Die Wilderer hängen ihre Beute auf, um sie vor Ameisen fernzuhalten.
          Manche Tiere haben Glück. Diese Bonobos wurden vor Wilderern gerettet und leben nun in einem Tierheim in der Hauptstadt Kinshasa.
          Park Ranger haben drei Wilderer festgenommen. Eher eine Ausnahme.
          Ein Jäger hält ein Junges einer Rotschwanzmeerkatze, nachdem die Mutter des Babys getötet wurde.
          Mohamed Esimbo Matongu nimmt einen Affen aus, den er geschossen hat.
          Matongu versucht schon auf dem Rückweg aus dem Busch eine Affenhälfte auf dem Fluss zu verkaufen.
          Krokodil- und Waranenfleisch wird auf dem Markt angeboten.
          Frischfleisch für den Grillabend. Das Krodil haben die Männer auf dem Markt in Kinshasa gekauft.
          Im Restaurant in Mbandaka steht Python auf der Speisekarte.
          Er will nur genug Geld zum Leben haben: Mohamed Esimbo Matongu und seine Frau Mboyo Maponga haben ohne ihre Jagd nur 75 Dollar im Monat zur Verfügung.

          Thomas Nicolon was a 2018 Reuters photojournalism grant winner.

          https://www.thomasnicolon.com/

          https://widerimage.reuters.com/photographer/thomas-nicolon

          https://twitter.com/thomasnicolon

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