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Fotograf Tom Hegen : Flughäfen im Ausnahmezustand

  • Aktualisiert am

Flughafen Berlin Brandenburg BER. Bild: Tom Hegen

Wenn ein Virus den Flugverkehr lahmlegt: Der Münchener Fotograf und Designer Tom Hegen hat den Stillstand auf deutschen Flughäfen aus der Luft dokumentiert.

          2 Min.

          Die Luftfahrt ist zentraler Motor der Globalisierung. An Drehkreuzen des internationalen Luftverkehrs werden Waren gehandelt und Geschäfte abgeschlossen – eng und minutiös getaktet wie die Slots auf den überfüllten Startbahnen. Diese intensive Vernetzung der Welt hat jedoch auch dazu geführt, dass sich Krankheiten schneller verbreiten als jemals zuvor. Im Mittelalter dauerte es noch viele Jahre, bis die Pest nach ihrem ersten Ausbruch in Asien Europa erreichte. Nur wenige Menschen machten sich damals auf eine Reise, die Monate oder sogar Jahre dauern konnte.

          Dagegen konnte sich das Coronavirus innerhalb weniger Wochen in alle Teile der Welt verbreiten und das öffentliche Leben nahezu stilllegen. Im Frühjahr 2020 ging der globale Flugverkehr von einem Tag auf den anderen drastisch zurück. Im Mai waren weltweit fast 70 Prozent weniger Flugzeuge in der Luft. An vielen internationalen Flughäfen wurden Landebahnen geschlossen und als Parkflächen für die am Boden gebliebenen Maschinen verwendet. Grounding nennt man das. Die Flugzeuge, die einst Symbol für Freiheit waren, sind im Frühjahr 2020 zum Symbol des Stillstandes geworden.

          Wie stellt es sich also dar, wenn sich Flughäfen gleichsam im Ausnahmezustand befinden und plötzlich aufgrund von Gesundheitsvorkehrungen während der weltweiten Corona-Pandemie stillstehen müssen?

          Der Fotograf Tom Hegen hat den Stillstand der deutschen Flughäfen dokumentiert, aus Hubschraubern heraus, um Luftaufnahmen von ruhenden Rollfeldern anzufertigen. Es entstanden streng strukturierte Kompositionen, welche die größten deutschen Verkehrsflughäfen in geometrischer Klarheit zeigen. Mit seinen Luftbildfotografien, die sich vor allem mit der menschlich geprägten Landschaft auseinandersetzen, wurde Tom Hegen bereits vor der Corona-Krise bekannt. Seine eindrucksvollen Bilder machen darauf aufmerksam, wie der Mensch mit der Erde umgeht. Wie er sie gestaltet, bearbeitet und wie er sie zerstört.

          Flughafen Frankfurt am Main FRA.
          Flughafen Frankfurt am Main FRA. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Berlin Brandenburg BER.
          Flughafen Berlin Brandenburg BER. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Köln Bonn CGN.
          Flughafen Köln Bonn CGN. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Hamburg HAM.
          Flughafen Hamburg HAM. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Stuttgart STR
          Flughafen Stuttgart STR : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Frankfurt am Main FRA.
          Flughafen Frankfurt am Main FRA. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Stuttgart STR.
          Flughafen Stuttgart STR. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Köln Bonn CGN.
          Flughafen Köln Bonn CGN. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Köln Bonn CGN.
          Flughafen Köln Bonn CGN. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Frankfurt am Main FRA.
          Flughafen Frankfurt am Main FRA. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Düsseldorf DUS.
          Flughafen Düsseldorf DUS. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Berlin Brandenburg BER.
          Flughafen Berlin Brandenburg BER. : Bild: Tom Hegen
          Flughafen Hamburg HAM.
          Flughafen Hamburg HAM. : Bild: Tom Hegen

          Tom Hegen lebt und arbeitet als Fotograf und Designer in München. Hegen erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderen den Red Dot Design Award (2018) und den German Design Award (2019). In deutschen und europäischen Museen sind seine Fotos vertreten und werden in der „GEO“, „Die Zeit“ und in der F.A.Z. veröffentlicht.

          Fotograf Tom Hegen während eines Hubschrauber-Fotofluges am Flughafen Hamburg.
          Fotograf Tom Hegen während eines Hubschrauber-Fotofluges am Flughafen Hamburg. : Bild: Oliver Sorg

          Biografisches

          Geboren 1991 in Augsburg/Bayern
          2011-15 BA, Studium Communication Design, Augsburg
          2013-14 BA, Studium Graphic Design, Falmouth/Großbritannien
          2015-17 MA, Studium Communication Design, Konstanz

          Ausrüstung und Umsetzung: Was war bei diesem Projekt dabei und wie wurde gearbeitet?

          Fujifilm Digitalkamera Fujifilm GFX 100 mit 100 Megapixel Auflösung und 45-100mm Zoom-Objektiv. Sowohl Fotograf am Hubschrauber gesichert als auch die Kamera mittels einer Seilschlaufe extra gesichert. Es wurde direkt in die Kamera fotografiert. Flughöhen bis 500 Meter über Boden.

          Bildbearbeitung: Labor, Software, spezielle Apps?

          Adobe Lightroom, Adobe Photoshop.

          Kontakt

          Webseite: http://www.tomhegen.de
          Instagram: @tomhegen.de

          Das Buch „Aerial Observations on Airports“ erscheint im Hatje Cantz Verlag Berlin für 54 Euro und ist einem Ort gewidmet, dem die meisten Reisenden auf ihrem Weg zum Ziel oft wenig Beachtung schenken.

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