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Senegals Surferinnen : Wie ein Tornado auf den Wellen

  • Aktualisiert am

Khadjou Sambe auf dem Weg zurück ins Line-up, dort, wo die Wellen brechen. Bild: Zohra Bensemra/Reuters

Khadjou Sambe ist die erste professionelle Surferin im Senegal. Sie inspiriert eine ganze Generation junger Mädchen, sich alter, westafrikanischer Normen zu widersetzen. Die Fotografin Zohra Bensemra war mit ihr im Wasser.

          4 Min.

          Surfen ist im Senegal nicht gerade Volkssport. Eine kleine Bewegung schafft es in Dakar trotzdem, Jugendliche auf das Surfbrett zu holen und damit neue Grenzen auszutesten.

          Black Girls Surf (BGS) wurde von der Amerikanerin Rhonda Harper gegründet. Ihre Initiative ist mittlerweile eine weitreichende Bewegung geworden und hat auch Khadjou Sambe ermöglicht, in die Vereinigten Staaten zu reisen, um dort ihr Surfen zu verbessern.

          Khadjou landete an der amerikanischen Westküste, ohne Geld und ohne gute Englischkenntnisse. Dafür mit einem wilden Surf-Style, der gezähmt werden musste. „Sie ist wie ein Tornado, du willst ihr ein Seil umlegen und sie bändigen. Sie ist so eine dynamische Surferin, das ist manchmal nicht leicht“, sagt Rhonda Harper über Khadjou.

          Khadjou Sambe gehört zum ethnischen Stamm der Lébou, die traditionell nah am Wasser leben. Früh verspürte Khadjou daher den Drang, das Surfen auszuprobieren. „Ich habe hier immer Surfer auf dem Wasser gesehen, mich aber gefragt wo die Frauen auf dem Wasser sind. Warum gehe ich nicht surfen, warum vertrete ich mein Land, meinen Kontinent als schwarzes Mädchen nicht?“ Khadjous Eltern erlaubten es ihr anfangs nicht, weil es dem Ruf der Familie schaden würde. „Meine Entschlossenheit hat sie letztlich doch überzeugt“, sagt Khadjou stolz. Die Nachbarn hätten sich schon lange daran gewöhnt, wenn sie als Frau mit Surfbrett unterm Arm durch ihren Stadtteil Ngor zum Wasser läuft.

          Heute ist sie Senegals erste Profisurferin und unterrichtet und ermutigt bei Black Girls Surf junge Senegalesinnen, es ihr gleich zu tun. Die algerische Reuters-Fotografin Zohra Bensemra hat die junge Frau begleitet und beantwortet unten unseren Fragebogen.

          Ein kleiner Hafen im Stadtteil Ngor, an der westlichsten Spitze Afrikas.
          Ein kleiner Hafen im Stadtteil Ngor, an der westlichsten Spitze Afrikas. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Rhonda Harper ist zu Besuch bei Khadjou und ihrer Mutter (v.l.n.r.).
          Rhonda Harper ist zu Besuch bei Khadjou und ihrer Mutter (v.l.n.r.). : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Khadjou Sambe wachst ihr Brett für mehr Standfestigkeit, bevor es aufs Wasser geht.
          Khadjou Sambe wachst ihr Brett für mehr Standfestigkeit, bevor es aufs Wasser geht. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Khadjou Sambe surft mit ihrem Freund Madicke Mbengue in Ngor.
          Khadjou Sambe surft mit ihrem Freund Madicke Mbengue in Ngor. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Junge Mädchen sitzen mit Khadjou Sambe zusammen am Wasser.
          Junge Mädchen sitzen mit Khadjou Sambe zusammen am Wasser. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Früher waren es immer Jungs auf dem Surfbrett. Heute mischt Khadjou Sambe die Szene auf.
          Früher waren es immer Jungs auf dem Surfbrett. Heute mischt Khadjou Sambe die Szene auf. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Für die Nachbarn schon ein gewohntes Bild: Khadjou mit ihrem Surfbrett.
          Für die Nachbarn schon ein gewohntes Bild: Khadjou mit ihrem Surfbrett. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Warmmachen bevor es ins Wasser geht: Unterricht in der Surfschule von Black Girls Surf.
          Warmmachen bevor es ins Wasser geht: Unterricht in der Surfschule von Black Girls Surf. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Im Wasser werden erste Anweisungen gegeben.
          Im Wasser werden erste Anweisungen gegeben. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Khadjou zeigt den jungen Surferinnen wie es geht.
          Khadjou zeigt den jungen Surferinnen wie es geht. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Khadjou hat seit kurzem ihr eigenes Appartement, von wo aus sie das Meer überblicken kann.
          Khadjou hat seit kurzem ihr eigenes Appartement, von wo aus sie das Meer überblicken kann. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Heute hat Khadjou auch den Rückhalt von ihrer Mutter.
          Heute hat Khadjou auch den Rückhalt von ihrer Mutter. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters
          Khadjou Sambe trägt ihr Brett zurück an den Strand.
          Khadjou Sambe trägt ihr Brett zurück an den Strand. : Bild: Zohra Bensemra/Reuters

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme? How did you get in touch with Khadjou Sambe?

          The traumatic and stressful situation that the world has faced for months caused by COVID-19 urged my colleagues and me to try to find a subject which had to be special, a subject which will be able to provide a little joy and hope but also a subject linked to the global news which would attract the interests of our customers.

          The task was not easy, geographically speaking, since we could not travel.

          Rhonda, of Black Girls Surf, is an American coach who got stuck in Senegal because of the Coronavirus travel restrictions. She made a lot of noise on social networks about her projects in Senegal concerning Senegalese women surfers, in particular Khadjou, which did not go unnoticed.

          A link from an advert was shared with us, which attracted our curiosity. We got in touch with Rhonda who was of exceptional help. She wanted to help Khadjou realise her dream, but also her own as a Black American woman.

          Khadjou is the first Black woman to be seen surfing among white women who are all expats in Senegal.

          Khadjou's story tells us a lot. it tells us about her struggle to break taboos. In ancient Senegalese culture, many women are expected to  marry young, sometimes they might even be the second or third wife. A Senegalese womans dream should not be anything more than having children and being in her husband’s pay.

          It tells us, whatever the field we choose to be, we should not ask ourselves if it is for women or men.

          It also tells us, that skin colour should not be considered as substandard - a woman has dreams like everyone else. Her skin colour does not diminish her, and being an African woman should not stigmatise her. Africa is a continent which has enormous human potential.

          The story says, that Khadjou is mostly accepted by the community in Ngor. Did you experience any strange or uncomfortable situations while you accompanied her?

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