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Olympische Spiele : Postkarten aus Tokio

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Und so sieht ein ganz moderner japanischer Garten aus: Das teamLab ist ein multisensorisches Museum für Installationen und Digitalkunst. Hier sieht ein Mitarbeiter im neu eröffneten „Floating Flower Garden“ nach den dreizehntausend blühenden Orchideen, die von der Decke hängen und sich im Boden spiegeln. Bild: Reuters

Die Olympischen Sommerspiele finden in Tokio statt. Für alle, die noch nie dort waren und momentan auch leider nicht hinreisen können, haben wir Ansichten aus Japans kontrastreicher Hauptstadt zusammengestellt.

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          Erst um ein Jahr verschoben, dann mit und nun ohne Zuschauer finden die 32. Olympischen Spiele in und um Tokio statt. Man blickte oft mit etwas wie Neid auf die Japaner, kamen sie doch relativ lautlos durch die Corona-Krise und die ständig neu aufkommenden Infektionswellen. Vielleicht liegt es an der Behutsamkeit und Vorsicht des Landes, weshalb die Lage weniger eskalierte als andernorts. Während man bei der paneuropäischen Fußball-EM wieder Zuschauer in die Stadien ließ, blieb man in Japan skeptisch. Vermutlich nicht grundlos, wie die nahende nächste Welle mit der Delta-Variante zeigt.

          Man kann die Olympischen Spiele also nicht als Anlass einer Japanreise sehen. Es bleibt (wieder einmal) nur das Wegträumen in ein anderes Land und eine andere Kultur. Um den Gedanken einen Anstoß zu geben, haben wir hier einige Postkarten, oder zumindest Postkarten-würdige Motive, zusammengestellt.

          Im Kare-san-sui, den japanischen Trockengarten, steht der Sand für Wasser, und die Steine sind Felsen, die aus dem See hervorragen. Die Sandoberfläche wird mit kleinen Bambusrechen geglättet und strukturiert. Der trockene Steingarten ist ein Betrachtungs- und Meditationsgarten: Meist gibt es einen Punkt, von dem aus man den besten Blick auf die Gesamtkomposition hat. Oft finden sich solche Gärten in der Nähe von Tempeln, die Pflege wie auch die Versenkung sind religiöse Handlungen.
          Im Kare-san-sui, den japanischen Trockengarten, steht der Sand für Wasser, und die Steine sind Felsen, die aus dem See hervorragen. Die Sandoberfläche wird mit kleinen Bambusrechen geglättet und strukturiert. Der trockene Steingarten ist ein Betrachtungs- und Meditationsgarten: Meist gibt es einen Punkt, von dem aus man den besten Blick auf die Gesamtkomposition hat. Oft finden sich solche Gärten in der Nähe von Tempeln, die Pflege wie auch die Versenkung sind religiöse Handlungen. : Bild: Reuters
          Shouko Totsuka ist eine Miko, eine Mitarbeiterin in einem Shinto-Schrein. Sie verkaufen religiöse Gegenstände, etwa Weissagungen und Wunschtäfelchen und assistieren dem Priester bei Zeremonien wie etwa Hochzeiten. Wenn Mikos heiraten, müssen sie das Amt aufgeben.
          Shouko Totsuka ist eine Miko, eine Mitarbeiterin in einem Shinto-Schrein. Sie verkaufen religiöse Gegenstände, etwa Weissagungen und Wunschtäfelchen und assistieren dem Priester bei Zeremonien wie etwa Hochzeiten. Wenn Mikos heiraten, müssen sie das Amt aufgeben. : Bild: Reuters
          Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des japanischen Straßenbildes: Automaten, die von kaltem Grüntee in Flaschen (empfehlenswert!), über Energydrinks (mittelempfehlenswert) und kaffeeähnlichem Gebräu (oh je) alles verkaufen, was der durstige Durchreisende braucht. (Wer gern Kaffee trinkt: In Japan gibt es ganz hervorragende Cafés, die selbst in kleinen Städten mit Handfilter oder Aeropress Wunder vollbringen.)
          Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des japanischen Straßenbildes: Automaten, die von kaltem Grüntee in Flaschen (empfehlenswert!), über Energydrinks (mittelempfehlenswert) und kaffeeähnlichem Gebräu (oh je) alles verkaufen, was der durstige Durchreisende braucht. (Wer gern Kaffee trinkt: In Japan gibt es ganz hervorragende Cafés, die selbst in kleinen Städten mit Handfilter oder Aeropress Wunder vollbringen.) : Bild: Reuters
          Hortensie als Halbkaskade: Die Kunst der jahreszeitlich geschmückten Tokonoma-Nische mit einem Arrangement aus Pflanze, Bild und Accessoire wird in Japan allenthalben noch gepflegt. Hier eine sommerliche Variante im Takao-Komagino-Garten in Hachioji, einer Vorstadt nahe Tokio.
          Hortensie als Halbkaskade: Die Kunst der jahreszeitlich geschmückten Tokonoma-Nische mit einem Arrangement aus Pflanze, Bild und Accessoire wird in Japan allenthalben noch gepflegt. Hier eine sommerliche Variante im Takao-Komagino-Garten in Hachioji, einer Vorstadt nahe Tokio. : Bild: Reuters
          Wagashi, traditionelle japanische Süßigkeiten, die gerne zu Tee gereicht werden. Sie bestehen meist aus pflanzlichen Zutaten wie Reis oder Bohnenpaste und wurden seit dem 16. Jahrhundert durch westliche Kuchen und Bonbons ergänzt. Einige Kuchen, wie der ursprünglich portugiesische Schwammkuchen Castella, sind in Japan schon so lange beliebt, dass sie längst als heimisches Kulturgut angesehen werden.
          Wagashi, traditionelle japanische Süßigkeiten, die gerne zu Tee gereicht werden. Sie bestehen meist aus pflanzlichen Zutaten wie Reis oder Bohnenpaste und wurden seit dem 16. Jahrhundert durch westliche Kuchen und Bonbons ergänzt. Einige Kuchen, wie der ursprünglich portugiesische Schwammkuchen Castella, sind in Japan schon so lange beliebt, dass sie längst als heimisches Kulturgut angesehen werden. : Bild: Reuters
          Möwen im Ueno-Park. Das Gelände, das einst zu einer Tempelanlage gehörte, ist ein großer öffentlicher Park. Auf dem Gelände befindet sich eine fünfstöckige Pagode, ein Schrein, der Shinobazu-Teich; der Zoo, mehrere Museen und die Kunstuniversität. Besonders beliebt ist er im Frühjahr, wenn die Kirschbäume blühen, und man ihre Pracht in geselligen Picknickrunden bewundert (dafür gibt es auch ein Wort: „Hanami“).
          Möwen im Ueno-Park. Das Gelände, das einst zu einer Tempelanlage gehörte, ist ein großer öffentlicher Park. Auf dem Gelände befindet sich eine fünfstöckige Pagode, ein Schrein, der Shinobazu-Teich; der Zoo, mehrere Museen und die Kunstuniversität. Besonders beliebt ist er im Frühjahr, wenn die Kirschbäume blühen, und man ihre Pracht in geselligen Picknickrunden bewundert (dafür gibt es auch ein Wort: „Hanami“). : Bild: Reuters
          Die Skyline von Tokio, hier von der Aussichtsplattform des Shibuya Sky aus gesehen, ist nicht besonders markant, aber dafür geht die Stadt endlos in die Weite. Das ist nicht nur angesichts der vielen Erdbeben praktisch, es vergrößert auch die Chance, den Fuji zu sehen.
          Die Skyline von Tokio, hier von der Aussichtsplattform des Shibuya Sky aus gesehen, ist nicht besonders markant, aber dafür geht die Stadt endlos in die Weite. Das ist nicht nur angesichts der vielen Erdbeben praktisch, es vergrößert auch die Chance, den Fuji zu sehen. : Bild: Reuters
          Der Tokyo Tower sieht aus wie der Eiffelturm in rot und war einmal der höchste Fernsehturm der Welt. Das war Ende der fünfziger Jahre. Dank der Stahlkonstruktion hat er alle Erdbeben überstanden und ist ein beliebter Aussichtspunkt. Ja, an guten Tagen sieht man auch den heiligen Fuji. Dass die berühmteste Serie des Künstlers Hokusai (die Große Welle kennt fast jeder) „36 Ansichten des Berges Fuji“ heißt, ist kein Zufall.
          Der Tokyo Tower sieht aus wie der Eiffelturm in rot und war einmal der höchste Fernsehturm der Welt. Das war Ende der fünfziger Jahre. Dank der Stahlkonstruktion hat er alle Erdbeben überstanden und ist ein beliebter Aussichtspunkt. Ja, an guten Tagen sieht man auch den heiligen Fuji. Dass die berühmteste Serie des Künstlers Hokusai (die Große Welle kennt fast jeder) „36 Ansichten des Berges Fuji“ heißt, ist kein Zufall. : Bild: Reuters
          Shibuya ist der mit großem Abstand wimmeligste Stadtteil in Tokio, hier kauft man gerne ein oder geht essen. Allein die U-Bahn-Station hat über 70 Ausgänge und meistens hat man sich schon verlaufen, bevor man überhaupt nur eine Straße betreten hat. Davor liegt die berühmte Kreuzung, die pro Tag von 250.000 bis zu einer knappen halben Million Fußgängern überquert wird und damit die wohl meistfrequentierte der Welt ist.
          Shibuya ist der mit großem Abstand wimmeligste Stadtteil in Tokio, hier kauft man gerne ein oder geht essen. Allein die U-Bahn-Station hat über 70 Ausgänge und meistens hat man sich schon verlaufen, bevor man überhaupt nur eine Straße betreten hat. Davor liegt die berühmte Kreuzung, die pro Tag von 250.000 bis zu einer knappen halben Million Fußgängern überquert wird und damit die wohl meistfrequentierte der Welt ist. : Bild: Reuters
          Blick über das Häusermeer von Shibuya. Läden und Restaurants liegen meist nicht direkt an der Straße, sondern oft übereinandergestapelt in Malls oder mehrstöckigen Häusern. Mit dem klapprigen Aufzug in die Bar im fünften Stock zu fahren ist gewöhnungsbedürftig, in größeren japanischen Städten aber normal.
          Blick über das Häusermeer von Shibuya. Läden und Restaurants liegen meist nicht direkt an der Straße, sondern oft übereinandergestapelt in Malls oder mehrstöckigen Häusern. Mit dem klapprigen Aufzug in die Bar im fünften Stock zu fahren ist gewöhnungsbedürftig, in größeren japanischen Städten aber normal. : Bild: Reuters
          Und bei aller Modernität trifft man auf Bilder wie diese: Priester, Mikos und Brautpaar bei einer Hochzeitszeremonie im Meijijingu-Schrein in Shibuya.
          Und bei aller Modernität trifft man auf Bilder wie diese: Priester, Mikos und Brautpaar bei einer Hochzeitszeremonie im Meijijingu-Schrein in Shibuya. : Bild: Reuters
          Ausflugsschiffe mit prima Essen und Karaoke an Bord sind in Tokio eine Institution und beliebte Gruppenaktivität für Firmen und Familien. Neues Feature der Panoramaroute sind, gleich neben der Regenbogenbrücke, die Olympischen Ringe am Odaiba Marine Park.
          Ausflugsschiffe mit prima Essen und Karaoke an Bord sind in Tokio eine Institution und beliebte Gruppenaktivität für Firmen und Familien. Neues Feature der Panoramaroute sind, gleich neben der Regenbogenbrücke, die Olympischen Ringe am Odaiba Marine Park. : Bild: Reuters

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