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„Inseln des Nordens“ : Mehr als 80 Reisen Richtung Nordpol

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Norwegen: Fast schon unwirklich muten die von Gletschern geschliffenen Berge des Vorfjorden auf Lofoten an. Wer jemals das Glück hatte, hier solch schönes Wetter zu erleben, wird den Anblick wohl nie vergessen. Alle paar Wochen wird der Fjord sogar von einer kleinen Gruppe Orcas besucht, die hier jagen. Bild: © 2020 Stefan Forster

Gewaltige Klippen, wilde Tiere und Nordlichter vor dem grönländischen Eis: Die Natur der nordischen Inseln ist so vielfältig wie einmalig. Stefan Forster versammelt in seinem neuen Bildband Fotografien dieser Schönheit.

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          „Gehe Deinen Weg nicht auf ausgetretenen Pfaden“ ist das Motto des jungen Schweizer Fotografen Stefan Forster, der mit Chasing Light seinen ersten Bucherfolg hatte. In „Inseln des Nordens“ widmet er sich der Schönheit Islands, Grönlands, Norwegens und der Färöer mit einem neuen opulenten Bildband.

          Die Schönheit der nordischen Inseln ist einmalig. Saftig grüne Auen, harsche Klippen, gewaltige, kilometerdicke Eispanzer und tiefblaue Eisberge, die vor spitzen Felsnadeln im Meer dahin treiben. Dieses Buch fasziniert durch einmalige Landschaften. Der Schweizer Fotograf und Abenteurer Stefan Forster zählt zu den erfahrensten Naturfotografen Europas.

          Auf über 80 Reisen und im Zeitraum von 14 Jahren entstanden die einmalig schönen Fotos von bekannten und unbekannten Orten der Inseln. Forster wanderte alleine hunderte Kilometer durch das Hochland Islands, paddelte mit dem Kajak entlang der Westküste Grönlands, segelte auf einem alten Holzschiff durch den gewaltigen Scoresby Sund von Ostgrönland und machte sich zu den steilsten Klippen der Färöer auf. Dabei traf er auf die wilden Bewohner dieser Gegenden: junge Polarfüchse, Moschusochsen-Familien sowie jagende Seeadler und Papageientaucher.

          Grönland:  Dieser Sonnenaufgang im Scoresbysund, fotografiert aus einem Zodiac heraus, kam völlig unerwartet. Bei einem kurzen Spaziergang auf Deck des Segelschiffs bemerkte ich, dass sich die Wolkenschicht leicht rosa färbte, also weckte ich die Crew sowie meine Fotografengruppe und wir fuhren hinaus in die Eisberge zum wohl schönsten Sonnenaufgang der Reise.
          Grönland: Was wie das offene Meer aussieht, ist der größte Fjord der Erde, der Scoresbysund, auf grönländisch Kangertittivaq. Alleine das Hauptbecken erstreckt sich über 110 Kilometer ins Landesinnere. Doch von dessen Ende reichen Dutzende schmalere Fjorde weitere 240 Kilometer zum Inlandeis und dessen Gletschern.
          Grönland: Als ich diesem Seepferdchen aus Eis auf meiner ersten Grönlandreise im Jahr 2012 begegnete, traute ich meinen Augen nicht. Säße das „Auge“ noch ein wenig weiter oben, sähe es wie von Menschenhand gemacht aus. Nur mit meinem faltbaren Expeditionskayak war dieses Foto aus nächster Nähe möglich. Sechs Tage paddelte ich mit einem befreundeten Fotograf um sämtliche Eisberge einiger südlich gelegenen Fjorde herum. Fasziniert von der Vielfalt, entstanden häufig 2 000 Bilder am Tag.
          Grönland: Damit solch ein Foto möglich ist, müssen viele Faktoren zugleich stimmen: Der Himmel sollte klar und die Sonnenaktivität hoch sein, damit überhaupt Nordlichter zu sehen sind. Dazu muss das Meer seinen Tiefststand erreicht haben, damit die Eisblöcke auf dem Boden aufsitzen und sich nicht bewegen können. Ebenfalls darf kein Wind die Wasseroberfläche bewegen, damit die Spiegelung zustande kommt. Nach vier Jahren, an denen ich diesen Ort besuchte, war es dann endlich so weit und dieses Bild wurde Realität.
          Grönland: Den Polarfuchs findet man zirkumpolar nördlich der Waldgrenze. Er ist in ganz Nordeuropa, Skandinavien, Nordkanada, Alaska und Grönland verbreitet. Dieser süße junge Polarfuchs begegnete mir bei Ilulissat. Nach rund einer halben Stunde, in der wir uns miteinander vertraut machten, kam er mir schließlich so nahe, dass er aus Neugierde in die Sonnenblende meiner Kamera biss. Der dazu entstandene Film ging weltweit durch die Medien.
          Island: Im Hochland gibt es Tausende von Seen, von denen viele keinen Namen tragen. Wenn die Sonne im Sommer morgens um drei Uhr aufgeht und das Wetter mitspielt, kann man für eine kurze Zeit ihre Silhouetten leuchten sehen.
          ISLAND Als Jäger außergewöhnlicher Lichtstimmungen bietet ein Wetterwechsel für mich die allerreizvollste Kulisse. Kommt ein Sturm auf und die ersten Regenschauer ziehen über das Land, zeigt sich die Erde in ihrer ganzen Ursprünglichkeit. Gerade das Hochland ist eine Gegend der extremen Wetterlagen: Rund neun Monate im Jahr ist es aufgrund der dort vorhandenen großen Schneemassen nicht zugänglich.
          Island: Ich musste diesen magischen Ort am Vestrahorn im Südosten Islands viele Dutzende Male besuchen, um eine einmalige Lichtstimmung zu erwischen. Es ist wie oft auf Island: Auch beim hundertsten Besuch erscheinen dieselben Stellen anders als bei den vorherigen.
          Die Färöer-Inseln besitzen extrem hohe und senkrecht abfallende Klippen. Auf meinen vier Reisen dorthin suchte ich Stimmungen wie diese, doch das Wetter macht es einem nicht leicht. Über die Hälfte des Jahres werden die Inseln von Regen und Nebel dominiert. Umso schöner, wenn die Sonne dann nach tagelangem Warten zum Vorschein kommt.
          Inseln des Nordens: 
Island, Grönland, Norwegen, Färöer 
Ein Bildband von Stefan Forster erschienen bei teNeues
264 Seiten, Hardcover
180 Farbfotografien
€ 39,90

          Stefan Forster, geboren 1986 in der Schweiz, verdient seinen Lebensunterhalt seit mehr als 14 Jahren mit Landschafts- und Tierfotografie. Seit 2013 arbeitet er parallel dazu als Drohnenpilot und Kameramann für namhafte internationale TV-Sender.

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