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Karibikinsel : Die wilden Hochzeiten von Haiti

  • Aktualisiert am

Patricia und Obelson (links) haben sich für eine gemeinsame Hochzeit mit einem anderen Paar entschieden, um sich die Kosten zu teilen. Beide Paare kannten sich vorher nicht. Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters

Haiti gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Viele junge Haitianer lassen sich dennoch nicht entmutigen und erfüllen sich den Traum einer glamourösen Hochzeit. Die in Port-au-Prince ansässige Fotografin Valerie Baeriswyl hat die wilden Hochzeitspartys des Landes dokumentiert.

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          In Haiti gibt es eine kreolische Tradition namens „plasaj“: eine alte, kriegerische Vermählung, die in den ländlichen Teilen Haitis weit verbreitet ist. Gewöhnliche Hochzeiten sind nicht so üblich wie in anderen, westlichen Ländern, jedoch, im Gegensatz zur „plasaj“ rechtlich auch außerhalb des Landes anerkannt.

          Der Inselstaat wird oft von politischen Unruhen und Naturkatastrophen gebeutelt. Über die Hälfte der Einwohner leben nach wie vor unterhalb der Armutsgrenze. Nur wer wirklich reich ist, kann sich dementsprechend eine Hochzeit mit Luxus, Dinner und anschließenden Flitterwochen leisten. Wer das nicht kann, wird erfinderisch.

          So kommt es vor, dass sich Paare für die Zeremonie zusammentun, um Gebühren für die Kirche zu sparen. Oft steuern ganze Dörfer das Essen zu einer Feier bei. Fehlendem Geld, Stromausfällen und Hurrikans zum Trotz zeigen die Bilder der Fotografin Valerie Baeriswyl die außerordentliche Lebensfreude haitianischer Hochzeiten.

          Gäste beladen einen Bus, um damit zur Hochzeit von Tatiana Delpeche und Markens Dorcius zu fahren.
          Gäste beladen einen Bus, um damit zur Hochzeit von Tatiana Delpeche und Markens Dorcius zu fahren. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Santhonax Toussaint und Luisemene Antoine auf dem Weg von der Kirche zu Santhoax’ Eltern, wo die Feier stattfindet.
          Santhonax Toussaint und Luisemene Antoine auf dem Weg von der Kirche zu Santhoax’ Eltern, wo die Feier stattfindet. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Die Freunde warten auf die Ankunft von Stanley und Daphne Joseph.
          Die Freunde warten auf die Ankunft von Stanley und Daphne Joseph. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Mirla-Samuelle Pierre bereitet sich auf ihren großen Tag vor.
          Mirla-Samuelle Pierre bereitet sich auf ihren großen Tag vor. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Die Gäste bilden Fahrgemeinschaften, um zur Hochzeit zu kommen.
          Die Gäste bilden Fahrgemeinschaften, um zur Hochzeit zu kommen. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Edeline Philipe, die Brautjungfer, wartet auf die Ankunft der Braut.
          Edeline Philipe, die Brautjungfer, wartet auf die Ankunft der Braut. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Julio und Dalina warten auf die Ankunft ihrer Gäste.
          Julio und Dalina warten auf die Ankunft ihrer Gäste. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Anelia Marcelus und Claudel Francois tauschen Ringe in der Salem Evangelical Baptist Church, Port-au-Prince.
          Anelia Marcelus und Claudel Francois tauschen Ringe in der Salem Evangelical Baptist Church, Port-au-Prince. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Gut gekühlt - das Fläschchen für Groß und Klein.
          Gut gekühlt - das Fläschchen für Groß und Klein. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Die süßeste Torte schmeckt auch in der einfachsten Hütte.
          Die süßeste Torte schmeckt auch in der einfachsten Hütte. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Iseleine Granvil ist Lehrerin und genießt die Aufmerksamkeit auf ihrer Hochzeit in Cap Haitien.
          Iseleine Granvil ist Lehrerin und genießt die Aufmerksamkeit auf ihrer Hochzeit in Cap Haitien. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          Zum Glück nichts aus Porzellan. Gäste streiten sich am Buffet.
          Zum Glück nichts aus Porzellan. Gäste streiten sich am Buffet. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters
          „Wir hatten schon immer Probleme in Haiti. Du kannst ewig warten, oder versuchen die Probleme zu überwinden“, sagt Joseph, hier bei der Hochzeit mit seiner Frau Daphne.
          „Wir hatten schon immer Probleme in Haiti. Du kannst ewig warten, oder versuchen die Probleme zu überwinden“, sagt Joseph, hier bei der Hochzeit mit seiner Frau Daphne. : Bild: Valerie Baeriswyl/Reuters

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme?

          I arrived in Haiti in February 2015. The following month, a friend asked me to take pictures at a wedding, and the moment I arrived, I loved everything I saw! The atmosphere, the colours, the way everyone helped one another as well as getting to understand everything that went into this great day. I liked the strength and the dignity that people have regardless of their life situation. I immediately thought that the prism of marriage and it's universal vows would be a great way to get to understand the Haitian society and to depict the different social strata. To showcase marriage as a moment of rejoicing in social life, common to all social groups.

          When I arrived in Haiti I saw so much beauty and dignity, which people abroad often don't see. The idea was to show Haiti beyond the earthquake, the cholera centres or the label of "poorest country in the Caribbean", as often shown by the media. There are so many other things to see or know about Haiti.  It's a project that took me a long time, almost five years and roughly 60 weddings across the country.

          When and where were you born, where have you been educated and what are stages of your professional career?

          I was born in Switzerland in 1984 and grew up in the countryside. Photography was a passion since an early age. I bought my first camera at the age of 10, with my "salary" from working for my grandparents during the summer. From the age of 12, I wrote and photographed for the municipality press, and little-by-little for other local newspapers. After working as a librarian-documentarist for 10 years, I wanted to legitimise my place as a photojournalist and I followed a training course in Paris. When I left that course, I won a prize from Paris Match which encouraged me to continue. I have had the chance to travel to many countries. And one of those adventures luckily took me to Haiti. It was love at first sight and I never left.

           What is your standard camera equipment? Is there any special or favourite gear?

          I use a Canon 5 mark IVs. I like working with 35 and 50 mm lenses best. If it's a breaking news assignment, I tend to use a 24-70 mm in order to be more functional and not to waste time changing the lens, as well as avoid carrying a bag. With the 24-70 mm I am just more efficient. If it's a full long-term story, with plenty of time, I like to switch lenses and try out lots of different angles with different perspectives.

          How do you process/edit your images? What particular software or apps do you utilize?

          For Reuters, I send my original files and basic cropping and toning is done by an editor. 

          For the other clients, for everything basic such as exposure, contrast and cropping I use Lightroom. What I particularly like in photography is black and white. If this appeals to individuals, for the press it’s less obvious. I love making series or subjects in black and white, their timeless dimension brings me infinite joy.

          Do you have photographic role models?

          I have an insatiable appetite for images, I really like discovering new talents and looking at the unmissable "stars" of photography. My favourite moments in the year are the Rencontres d’Arles photo festival or theVisa pour l'image in Perpignan. It inspires me and gives me the strength to continue improving and to pursue my photographic goals.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you?

          Irving Penn with Les Petits Métiers and Genesis by Sebastião Salgado.

          Where can one find more of your photographic work? Website, Instagram, Facebook, Twitter …

          You can find my photojournalistic work on www.valeriebaeriswyl.com. There are also three instagram pages, each with a different approach: @valerie_ayiti features informal photos of Haiti, @krakote_pro with professional photos of weddings, portraits and families that I take in Europe in the summer and finally @krakote where you can see a little bit of my daily life.

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