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Haitis vergessenes Dorf : Hinter dem Ende der Welt

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Im Licht der Sterne wirkt es idyllisch in Boucan Ferdinand. Tagsüber zeigt sich das Leben von seinen harten Seiten. Bild: Reuters

In Boucan Ferdinand in der Grenzregion zur Dominikanischen Republik fehlt es an jeglicher Infrasturktur. Seit den Fluten von 2004 ist das Dorf abgeschnitten.

          Der Reuters Fotograf Andres Martinez Casares hat über Monate hinweg immer wieder das haitianische Dorf Boucan Ferdinand in der Grenzregion zur Dominikanischen Republik besucht. Dort fehlt es an jeglicher Infrasturktur. Seit den schweren Fluten von 2004 ist der Ort ohne Straßenverbindung in die nächste Stadt des Landes. Ohne Gesundheitsversorgung, elektrischen Strom, fließend Wasser oder gepflasterte Straßen sind die Bewohner gänzlich auf sich gestellt. Viele sind ins Nachbarland gezogen. Nicht alle Kinder besuchen eine Schule. Die das Glück haben, müssen eineinhalb Stunden über Pfade in die nächste Stadt laufen.

          Off road wider Willen. Der Weg ins Dorf führt über Pfade.
          Aus alten Säcken werden Seile geflochten.
          Kochen und essen unter Planen
          Pasta vor der Haustüre
          Eine Nachbarin kehrt aus der Dominikanischen Republik zurück. Kinder tragen ihre Matratze.
          Nach Jahren in der Dominikanischen Republik ist die Nachbarin zurückgekehrt. Die Matratze im Gepäck.
          Unterricht in der Baptistenkirche.
          Lesen als Luxus. Die meisten Schulen kosten Geld.
          „Die Politiker haben uns vergessen“, klagt Fresnels Exalus (re.), als er seinen Bruder Manes (li.) und Naida Ogisten (M) vor deren Haus besucht. „Wenn Dürre kommt, müssen wir unser Wasser aus der Dominikanischen Republik holen“.
          Beten gehört zum Alltag.
          Sonntags geht es in die Kirche. Cristera Jusma und Enol St. Pierre ziehen ihre besten Sachen an.
          Ohne Arzt und Hebamme wird das Neugeborene von Nachbarn erstversorgt.
          Eine feste Burg ist unser Gott. Bewohner bauen an der neuen protestantischen Kapelle.
          Wasser ist knapp - aber waschen muss sein.
          Feldarbeit. Mit selbstgemachten Geräten wird der steinige Boden bearbeitet um Samen auszubringen.
          Kinder helfen die kärglichen Erträge auf dem Maisfeld zu ernten.
          Hauptsache rund. Kicken lässt sich mit fast Allem.
          Vielleicht nur ein Spaß. Warum trägt dieser Mann eine Kürbismaske?
          Samba, Salsa, Rumba. Am Sonntag abend wird in einer improvisierten Bar getanzt.

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