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Fotoreportage Vulkanausbruch : Dramatische Auswirkungen einer Naturkatastrophe

Marlene Vazquez und ihr Cousin Silas Vazquez trauern um ihre getöteten Cousins. Bild: Rodrigo Abd/AP

Ein verheerender Feuervulkan hatte in Guatemala 194 Menschen lebendig begraben und das Dorf San Miguel Los Lotes in einen Friedhof verwandelt.

          2 Min.

          Der Fuego Volcano, spanisch für Feuervulkan, ist einer der aktivsten Vulkane Amerikas. Am 3. Juni 2018 explodierte der Vulkan geradezu, schleuderte 1.300 Grad heiße Gesteinsbrocken in die Höhe und erstickte unter seiner Aschewolke das Dorf San Miguel Los Lotes, sowie weitere Siedlungen. Über vierhundert Menschen verloren ihr Leben oder wurden vermisst.

          Rodrigo Abd, ein Bildjournalist der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP), berichtete über diese Naturkatastrophe und die Auswirkungen für die Menschen und ihre Heimat. Um die Dimension dieses Ereignisses, sowie das gewaltige Ausmaß des menschlichen Dramas, erfassen zu können, benutzte Abd seine analoge Hasselblad X-Pan Panoramakamera, um diese Tragödie - das Ausradieren von Leben und Landschaft - auf 35mm-Negativfilm in bewegenden Schwarzweißfotos zu dokumentieren. Seine Filme ließ er in einem Labor in Lima entwickeln und scannte dann die Negative auf einem älteren Epson Scanner selbst ein. Die Panoramaaufnahmen zeigen die Auswirkungen dieses dramatischen Naturereignisses sehr eindringlich:

          Dampf steigt auf vom heißen Untergrund bei San Miguel Los Lotes.
          Erschöpft atmet Angelica Maria Alvarez in den Überresten ihres Zuhause durch, welches vom Feuervulkan zerstört worden ist.
          Dieses Bild zeigt von Vulkanasche bedeckte Küchenutensilien in einem zerstörten Zuhause.
          Dieses Esszimmer ist begraben unter Massen von Vulkanasche.
          Ein kahler Baum steht inmitten von Asche, Felsbrocken und Geröll als Überreste einer schnell fließenden, heißen Brühe.
          Angehörige von Vulkanopfern beobachten Rettungsversuche und Bergungsarbeiten mit einem Bulldozer.
          Elmer Vazques beobachtet verzweifelt Baggerarbeiten an der mutmaßlichen Stelle seines zerstörten Hauses, wo er seine Ehefrau und fünf Kinder vermisst.
          Dutzende, in weisse Bodybags gehüllte Todesopfer, liegen in einer improvisierten Leichenhalle in Escuintla. Angehörige warten auf DNA-Testergebnisse.
          Bewohner blättern in Familienfotos, gefunden außerhalb eines zerstörten Hauses in San Miguel Los Lotes.
          Ein Militärseelsorger besucht die Überlebenden Francisca Nij und ihren Bruder Francisco während der Totenwache für ihre Mutter.
          Bewohner tragen Särge mit verstorbenen Angehörigen in Richtung Friedhof von San Juan Alotenango.
          Bei San Miguel Los Lotes liegen verschlungene Tierkadaver, heiße Vulkanasche-Dämpfe steigen zum Horizont auf.

          Rodrigo Abd, geboren 1976, ist seit 2003 festangestellter AP-Fotograf. Er arbeitet hauptsächlich an sogenannten Special Assignments. So fotografierte er für AP beispielsweise 2010 in Haiti die Auswirkungen des Erdbebens, war mehrmals in Afghanistan für Kriegsreportagen unterwegs und in Krisengebieten in Syrien (2011) und Libyen (2012) im Einsatz. Im Jahr 2013 gewann Roberto Abd, gemeinsam mit vier weiteren AP-Fotografen, den renommierten Pulitzer-Preis in der Kategorie „Aktuelle Fotoberichterstattung“. Abd lebt in Lima in Peru und hat seine Werke schon in verschiedenen Einzelausstellungen einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt.

          Weitere Fragen beantwortet er FAZ.NET  in englischer Sprache:

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme?
          I lived for many years in Guatemala, I love the country and its people, I think its important to document this kind of stories to grab the attention of a global public.

          When and where are you born, where have you been educated and what are stages of your professional career?
          I am Argentinian, and I learned photojournalism in some basic workshops in Buenos Aires, but mostly in photo books and with the experience of the street, the real university for us.

          What is your standard camera equipment? Is there any special or favorite gear?
          I work mostly with digital cameras, but I also shoot with two cameras I really love, a Hasselblad X-PAN and a wooden camera that Luis, a friend of my father, built in Banfield, Argentina.

          How do you process/edit your images? What particular darkroom technique, software or apps do you utilize?
          I sent my rolls to a laboratory in Lima, Peru. Very standard process. Then I scan the frames I select in an Epson scanner I bought years ago, trying to scan with a big resolution so I can conserve the files for the future, the idea is not to manipulate a lot the negatives. Then normal photoshop, not a lot, in the agency I work, The Associated Press, we never manipulate a ot the pictures in Photoshop. Contrast, some levels, a small crop if we think its essential. I do myself the toning.

          Do you have photographic role models?
          I think so. Eugene Richards, Giles Peress, Bruce Davidson, Paolo Pellegrin.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you ?
          Yes, Along Je Mourais -Paolo Pellegrin-, Cocaine Tru Cocaine Blue, Eugene Richards, East 100th Street, Bruce Davidson, Telex Iran, Gilles Peress.

          rodrigoabd.com
          https://www.instagram.com/abdrodrigo/

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