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Geschlechtsumwandlung : Von Hayley zu Harrison

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Harrison Massie, 28, und Sandra, seine Freundin, umarmen sich in ihrem Haus in St. Louis, Missouri, im Juli 2018. „Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals jemanden wie Sandra kennenlernen würde“, sagt Harrison. Bild: Sara Swaty/Reuters

Harrison Massies Geschlechtsumwandlung begann vor sieben Jahren. Seine High-School-Freundin, die Fotografin Sara Swaty, begleitet ihn mit der Kamera. Es ging Massie nie darum, bloß das Geschlecht zu tauschen – er will er selbst sein.

          Harrison Massie, damals 22, zu Beginn seiner Geschlechtsumwandlung
          Harrison mit seiner Freundin Heaven: „Ich habe großes Glück, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mich unterstützen, und dass ich diese Wandlung machen kann.“
          Testosteron, eine Spritze und ein Desinfektionspad von Harrison: „Heute gehört es zum Alltag. Als ich anfing, war es sehr schmerzhaft, und ich hatte Angst vor der Nadel und der Injektion. Man gewöhnt sich an alles.“
          „Ich fing an mich zu rasieren, bevor die Barthaare wuchsen. Ich wollte, dass sie fester nachwachsen. Sich zu rasieren ist ein schönes Gefühl – bis man tatsächlich Barthaare hat. Dann wird es schmerzhaft und es wuchert… Aber ich wollte schon immer einen Bart.“
          George verabreicht Harrison Testosteron. Seit 12 Jahren sind sie befreundet.
          Harrison, hier 22 Jahre alt: „Meine Mutter hat mich immer unterstützt. Auch wenn es für sie ein wenig gedauert hat, die Situation zu akzeptieren, bin ich jetzt ihr Liebling.“
          Harrison, drei Jahre später: „Ich möchte bald an meiner Brust operiert werden. Die fand ich schon in meiner Pubertät verstörend. Ich werde endlich ohne Wickelband nach draußen gehen können, sogar in der Öffentlichkeit schwimmen und ins Fitnessstudio gehen, ohne das Gefühl zu haben, dass die Leute meine Brust anstarren.“
          „Zu Anfang habe ich meinen Freunden gesagt, dass ich mir einen Bart wünsche – und sie so auf meine Geschlechtsumwandlung vorbereitet. Inzwischen habe ich einen schönen roten Bart, auf den ich sehr stolz bin.“
          „Saint Louis hat mich geprägt. Es ist mein Zuhause.“
          Harrison spricht mit seinen Freundinnen Elle und Mackenzie in Elles Wohnung in St. Louis. „Wir sind seit über zehn Jahren befreundet. Wir haben sehr Schönes erlebt, aber auch schwere Zeiten gemeinsam überstanden.“
          Harrison mit seiner Katze beim Frühstück
          Harrison, hier 27, spritzt sich Testosteron: „Am Anfang hat es mir Angst gemacht, heute gehört es zu meinem Alltag.“
          Harrison und seine Freundin Sandra in ihrem Hinterhof in St. Louis: „Es ist größer als Glück, Karma, Segen… an was auch immer Sie glauben möchten. Ich habe die Geschichten gehört von Menschen, die alles verloren haben beim Versuch, dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin. Ich hätte niemals gedacht, dass es mir gelingt.“
          Harrison, 27, serviert einen Cocktail, im Planter’s House, wo er arbeitet. „Als ich mit der Behandlung angefangen habe, war ich auf Jobsuche. Niemand wollte mich einstellen, weil die Leute irritiert waren, dass ich einen anderen Namen trug, als auf dem Papier stand. Hinter der Bar fühle ich mich wohl, ich kann ich selbst sein und werde geschätzt für das, was ich tue.“
          Harrison und sein Vater Robin: „Mein Vater ist mein Lieblingsmensch. Merkwürdig und verrückt zu sein, das habe ich von ihm geerbt.“
          Harrison in seiner  Heimatstadt St. Louis

          Sara Swaty lebt in Los Angeles. In Ihrer Arbeit beschäftigt Sie sich mit Identität und Gender und Rassismus.

          I began exploring the concept of gender and individuals along the gender binary in my last few years of college in Rochester, New York.  I was inspired by many questions, and found answers within my subjects.  Through this series, I was introduced to transgender men and women (and people in between).  I was curious about beauty standards and what society and culture deems the “ideal” man / woman.  My only formal education that explored the complexity of gender and different practices around the world was in Cultural Anthropology, which led me to face my own ethnocentrism and question what is “normal” or “weird.”  I am grateful to the many patient people who sat in front of my camera and educated me about their personal perceptions of gender and how they see themselves. 

          I was born and raised in St. Louis, Missouri.  I graduated from Rochester Institute of Technology with a BFA in Photography and minored in Cultural Anthropology in Rochester, New York.  After college, I moved back to St. Louis and began documenting the transgender community in my hometown.  I currently live in Los Angeles, California.

          What is your standard camera equipment ? Is there any special or favorite gear ?

          I use a Nikon D850, Fuji XT-2, Mamiya 7ii, and recently acquired a Hasselblad CXI — a system I’ve dreamed of owning for years!  I love the experience of using film and treasure my analog cameras for those special moments.  When I travel, I bring my Fuji and either my Mamiya or Hasselblad film system.  

          How do you process/edit your images ? What particular darkroom technique, software or apps do you utilize?

          I use Adobe Lightroom to maintain my photography archive and edit and process images.  I occasionally use Capture One, and then bring images into Photoshop for final adjustments if necessary. 

          Do you have photographic role models ?

          There are so many inspiring and incredible photographers…some of my favorites are Rotimi Fani-Kayode, Renee Cox, Herb Ritts, Francesca Woodman, Erwin Olaf, Ren Hang, Synchrodogs, Inez & Vinoodh, and Philip Toledano.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you ?

          Rrose is a Rrose is a Rrose: Gender Performance in Photography is the first gender-oriented photo book I discovered while beginning my gender photography project in school.  It was like nothing I had ever seen before.

          On my wishlist is Zanele Muholi’s Somnyama Ngonyama, Hail the Dark Lioness and The Museum of Crying Women by Francesco Vezzoli.

          www.sara-swaty.com

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