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Weltkriegsfunde in Estland : Am Fuß der blauen Berge

  • -Aktualisiert am

Auf einer Plane sind die Knochen eines gefallenen Soldaten aus der Schlacht um die Tannebergstellung 1944 ausgebreitet. Bild: Lucas Bäuml

In estnischer Erde zwischen Tallinn und St. Petersburg finden sich Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg: alte Panzer und Flieger, rostige Geschütze und die Knochen zehntausender Soldaten. Hobbyarchäologen bringen sie in Estland ans Tageslicht.

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          Sie suchen nach den Spuren einer blutigen Vergangenheit – mit Schaufeln und Spaten. Einst waren in den Blaubergen zwischen Tallinn und St. Petersburg die Wikinger und die Deutschorden zu Hause, später Russen und Schweden. Das meiste, was heute in dieser estnischen Erde steckt, ist aus dem Zweiten Weltkrieg: alte Panzer und Flieger, rostige Geschütze, Orden, Munition und die Knochen zehntausender Soldaten. Die Hobbyarchäologen des Geschichtsvereins „Kamerad“ bringen sie wieder zutage.

          Das viele Grün der Natur kann die alten Stellungen und Bombentrichter zwar bedecken, aber nicht verbergen. Denn hier waren die Sowjets im Winter 1944 in eine große Offensive gegangen und hatten die Deutschen zurückgeschlagen. Mit der Schlacht um den Brückenkopf von Narwa öffnete sich der Roten Armee der Weg nach Westen.

          Die Zeugnisse jener Kämpfe werden nun geborgen. Dafür kooperieren die Archäologen mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, mit estländischen und russischen Behörden. Sie helfen, die Überreste der Gefallenen zu finden, zu identifizieren und zu beerdigen. Der Fotograf Lucas Bäuml hat sie begleitet.

          Alexander Svodobin (rechts) und Pavel Stimmer durchqueren bei der Suche nach gefallenen Soldaten einen Sumpf nahe dem Dorf Sinimäe.
          In einem ehemaligen Bunker eines Wohnhauses in Narva ist das Hauptquartier des Vereins „Kamerad“ eingerichtet. In diesem kleinen Raum sind Funde und Equipment eingelagert.
          Pavel Stimmer ist Gründer und einer der Vorsitzenden des Vereins „Kamerad“.
          Historische Luftbilder der Blauberg-Region an der Pinnwand im Vereinshaus.
          Auch nachts sind die Archäologen an der Arbeit. Hier graben sie in einem Wald nahe der Valvara.
          Alexander Svodobin (links) durchquert mit Pavel Stimmer auf der Suche nach Überresten aus dem Krieg einen kleinen Graben im Sumpf nahe Sinimäe. Hier tobten im März 1944 erbitterte Kämpfe.
          Jury Stroganov vom Verein „Kamerad“.
          Archäologen finden den Schädel eines in der Schlacht um die Tannebergstellung gefallenen Soldaten.
          Pavel Stimmer inspiziert ein Herz, das vermutlich aus der Hülse eines Artilleriegeschosses gefertigt wurde.
          Vereinsmitglieder graben auf einem Feld nahe dem Dorf Sinimäe nach gefallenen Soldaten.
          Gürtelschnalle der Uniform deutscher Soldaten mit dem alten Wahlspruch der Könige Preußens.
          Ein Feldweg führt durch die Region in der 1944 die Schlacht um die Tannebergstellung stattfand.

          Mehr Bilder und Reportagen von Lucas Bäuml finden sich auf Instagram und auf der Webseite www.lucasbaeuml.com

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