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Boxerin in China : Kampf gegen Vorurteile

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Akribisch bereitet sich Huang Wensi auf ihren Wettkampf vor. Hier in Ningbo, 500 Kilometer entfernt von ihrem Sohn und ihrem Mann. Bild: Yue Wu / Reuters

Wenn chinesische Paare Kinder kriegen, wünschen sie sich in der Regel einen Sohn. Gesellschaftlich ist dies eher angesehen. Die chinesische Boxerin Huang Wensi möchte gegen geschlechtliche Vorurteile kämpfen und boxt sich durch eine Welt, die in China bisher eigentlich nur Männern vorbehalten war.

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          Huang Wensi erteilt ihrer Gegnerin ein paar scharfe Schläge, bevor der Schiedsrichter die beiden trennt. Nach sieben Runden hat sich die Chinesin gegen die Thailänderin Jarusiri Rongmuang ihren Titel im asiatischen Fliegengewicht der Frauen erkämpft.

          „Mein Sohn, ich hab es geschafft!“, schreit die 29-Jährige nach ihrem Sieg in Taipeh. Huang ist eine der wenigen weiblichen Boxerinnen, die gegen Vorurteile gegenüber Frauen in China ankämpfen. Zusätzlich ist sie auch Mutter ihres zweijährigen Sohnes.

          Huang Wensi ist eine selbständige Frau. „Eine Frau ist nicht nur dazu bestimmt, zuhause Ehefrau und Mutter zu sein“, sagt sie. Ihr Ehemann, den sie 2015 kennengelernt hat, unterstützt sie in all ihren Vorhaben. Zu dieser Zeit hatte Huang das Boxen wegen einer Verletzung aufgegeben; nach der Geburt ihres Sohnes litt sie zudem unter einer postnatalen Depression. Den einzigen Ausweg sah sie in ihrer Leidenschaft, dem Boxen. Huang nahm den Sport wieder auf.

          Nach langem Training steht sie nun wieder im Ring. „Nennt mich die Königin des Rings, nicht den König“, sagt sie nach dem Sieg.

          Die junge Fotografin Yue Wu hat die chinesische Boxerin für die Agentur Reuters begleitet. Wu hat in den Vereinigten Staaten Journalismus studiert, arbeitet nun hauptsächlich im asiatischen Raum als Bildjournalistin. Wie sich Yue Wu und Huang Wensi kennengelernt haben, lesen Sie in unserem Fragebogen am Ende des Artikels.

          In erster Linie ist sie Mutter - Huang albert mit ihrem Sohn während des gemeinsamen Essens.
          Im Training geht es konzentrierter zu. Die letzten Einheiten vor dem Kampf.
          Schweißtreibend geht es zu.
          Nach dem Training erholt man sich gemeinsam in der Gruppenunterkunft des Boxklubs.
          Partner und Sohn begleiten das harte Training.
          Huang und ihr Mann reisen in ihre Heimatstadt, wo ihr Sohn bei seiner Großmutter bleiben wird.
          Wenn sie können, verbringen Huang Wensi und ihr Mann Deng Peipeng so viel Zeit wie möglich miteinander, obwohl sie beide in getrennten Städten arbeiten.
          In jeder freien Minute trainiert Huang, wie hier in einem Park in Lianjiang.
          Huang macht sich fertig für den Kampf.
          Das Wiegen vor dem Kampf ist eines der üblichen Rituale im Boxen.
          Huang und ihr Trainer motivieren sich vor ihrem Titelkampf in Taipeh noch einmal.
          Im Ring geht es nicht zimperlich zu.
          Der Ringrichter erklärt Huang Wensi nach technischem K.O. zur Siegerin.
          Huang liegt nach ihrem Sieg im Bett, müde und dennoch voller Euphorie.

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and how did you come across Huang Wensi and her history?

          What I experiences the most during the time when I photographed Huang Wensi, I saw different sides of her. Huang is not just patient, caring and loving mother and wife, she is also a tough woman. Boxing is her statement of existance.

          I came cross Huang Wensi during a time that I was making my first short documentary film. Huang and I had a chat on the phone, that’s when I first got to know her story. That was also the moment that I decide to follow her journey.

          When and where were you born, where have you been educated und what are stages of your professional career?

          I was born and raised in southwest Chongqing, China. I went to Iowa State University in the United States for college, and I was majored in Journalism. I have been working as a photojournalist since 2012. So it has been around 7 years.

          What is your standard camera equipment? Is there any special or favorite gear?

          I am using a Sony a7m3 with lens 24-70.

          But I think my favorite gear is my phone, because I can share photos with my grandma.

          How do you process/edit your images? What particular software or apps do you utilize?

          When it comes to the editing process, I will go just for visuals for the first round. Then I will think about the storyline, and look for images that provide information, make a loose edit. Then I work with editor to narrow down the pictures.

          I just use Adobe Bridge and Photoshop.

          Do you have photographic role models?

          Dennis Chamberlin, my professor at Iowa State, is my mentor and my photographic role model. I am also big fan of Jodi Cob, Kitra Cahana and Diana Markosian.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you?

          Mary Ellen Mark inspired me.

          Where can one find more of your photographic work? Website, Instagram, Facebook, Twitter …

          www.yuewuphoto.com

          vimeo.com/yuewu

          Instagram: @yuewoo

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