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Moonshots : Die Entdeckung der Erde – Fotos der Nasa

Aufgang der Erde über den Mond. Das „Earthrise“ genannte Foto wurde am 24. Dezember 1968 von William Anders, Astronaut der Apollo-8-Mission, gemacht. Bild: NASA/NATIONAL GEOGRAPHIC VERLAG

Die Geschichte der Flüge zum Mond ist auch eine Geschichte der Fotografie. Denn sie hielt fest, was dort zu sehen war und was auf dem Weg dorthin geschah.

          Drama und Größe, Tragödie, Staunen und Triumph: Die sogenannten Moonshots sind mehr als nur Fotografien vom Mond und aus dem All, von feurigen Starts der Raketen und den atemberaubenden Flügen der Raumschiffe, von Astronauten in ihren Kapseln und Ingenieuren vor riesigen Schaltpulten in der Zentrale der Nasa. Sie sind historische Dokumente des wohl größten Meilensteins der Technik der Moderne; Bilder eines der erstaunlichsten Abenteuer in der Geschichte der Menschheit.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Davon zeigt Piers Bizony 200 der eindringlichsten Aufnahmen in dem gewichtigen Sammelband „Moonshots“. Ein Buch im quadratischen Format einer Mittelformat-Aufnahme. Es umfasst Fotos von den ersten Titan-Raketen, dem letzten Spaceshuttle und der Internationalen Weltraumstation. Höhepunkte sind im Jubiläumsjahr der ersten Schritte auf dem Mond die Missionen der Amerikaner: das Gemini- und das Apollo-Programm, die Landung auf dem Erdtrabanten und die Flüge in den Outer-Space.

          Ikonen der Neuzeit

          Schon vor 20 Jahren hatte Michael Light mit seiner Fotochronik „Full Moon“ ein erstes Standardwerk vorgelegt. Im vergangenen Herbst erschien gleich eine ganze Reihe von Bildbänden mit Aufnahmen vom Mond und von den Missionen vor 50 Jahren. Aus dieser Masse sticht der schmale Band von Deborah Ireland hervor. Stellt sie doch in „Hasselblad on the Moon“ jenes schwedische Kameramodell vor, mit dem einige der denkwürdigsten Aufnahmen auf dem Mond gemacht wurden.

          Gemini-9-Mission im Juni 1966: Gene Cernan fotografiert mit seiner Hasselblad-Kamera bei einem Ausflug in den freien Raum das Raumschiff von außen.

          In den Archiven der Nasa liegen heute Hunderttausende Fotos vom Mond und mehr als eine Million Fotos von den unergründeten Weiten des Universums. Aufgenommen in den ersten anderthalb Jahrzehnten der Raumfahrt; Produkte kleiner Satelliten und großer Spezialkameras; eilig aus den Bullaugen enger Raumschiffe, den Sichtfenstern der Landefähren und der Oberfläche des Mondes geknipste Bilder. Auf Film festgehaltene Momente eines halben Dutzend bemannter und unbemannter Programme zur Erkundung eines völlig neuen Horizontes.

          Das Mondauto von Apollo 16: Damit erkundeten John Young und Charles Duke im April 1972 den Mond.

          Knapp 20.000 dieser Aufnahmen gelten auch heute noch als etwas ganz Besonderes. Waren sie doch mit normalen Handkameras von Hasselblad geschossen worden. Aus der Hüfte heraus und frei aus der Hand, ohne optischen Sucher aber mit viel Fingerspitzengefühl. Bilder aus einer Zeit, in der ein gewöhnlicher Fotoapparat nicht viel kleiner war als eine Brotbüchse, Fotos noch durch Linsen aus Glas geschossen, auf Filmen gebannt und in Dunkelkammern entwickelt wurden.

          Die meisten dieser Aufnahmen sind bis heute kaum bekannt; knapp zwei Dutzend aber schafften es zu Ikonen der Neuzeit: der kleine blau-weiß leuchtende Planet Erde schwebt im Dunkel des Weltraums; die hell strahlenden Anzüge der Astronauten vor der blass-grauen Oberfläche des Mondes; der Abdruck eines Astronautenstiefels; Spuren des Mondrovers; die amerikanische Flagge; ein Raumschiff mitten im tiefschwarzen Nichts.

          Anfang der 2000er Jahre hatten sich Mitarbeiter im Johnson Space Center der Nasa daran gemacht, die mittlerweile 30 bis 40 Jahre alten Fotofilme zu scannen und zu digitalisieren. Keiner dieser Filme war gemacht für die Ewigkeit. Der Zahn der Zeit nagte an ihnen. Es galt, die historischen Aufnahmen vor dem Zerfall zu retten. Der Datenanalyst Kipp Teague und der Astronom Eric Jones arbeiteten die digitalen Fotos 2004 auf, legten ein Bild-Archiv an und machten es im Auftrag der Nasa der Öffentlichkeit zugänglich.

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