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Brutalismus Architektur : Titos Traum aus Rohbeton

  • -Aktualisiert am

Ein Sicherheitsmitarbeiter geht durch die Halle 1 der Belgrader Messe in Serbien. Bild: Reuters

Der jugoslawische Brutalismus ist Zeuge einer längst vergangenen Zeit. Charme und Faszination dieser Architektur haben allerdings bis heute überdauert. Ihr hat sich der Fotograf Marko Djurica gewidmet.

          1 Min.

          Seine erste Erinnerung an die Fotografie stammt aus der Zeit, als er fünf Jahre alt war, erinnert sich der Reuters-Fotograf Marko Djurica. Sein Vater, der ebenfalls Fotograf war, brachte eine Leica M6 mit nach Hause. Für den Jungen war die Kamera das Aufregendste, das er zu dem Zeitpunkt je gesehen hatte. Die Faszination für Fotografie hält sich bis heute und Marko Djurica fotografierte zahlreiche freie und beauftragte Reportagen. Seine jüngste Bilderserie zeigen wir nun bei FAZ.NET: In eindrucksvollen Architekturfotografien fing Djurica die Architektur des jugoslawischen Brutalismus ein.

          Jana Voigt
          Bildredakteurin.

          Große Teile Jugoslawiens wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Unter der Führung von Josip Broz Tito machte sich ein sozialistisches Jugoslawien daran, das Land wieder aufzubauen.

          Neue Wohnblocks, Hotels, Stadtzentren und Denkmäler schossen im ganzen Land in die Höhe. Es war die Ge­burts­stun­de des jugoslawischen Brutalismus. Die Architektur, die rohen Beton als Werkstoff favorisierte, sollte die Macht eines Staates zwischen zwei Welten, der westlichen Demokratie und dem kommunistischen Osten, demonstrieren. Der Brutalismus war im gesamten Ostblock populär, aber das ehemalige Jugoslawien machte ihn sich zu eigen und ergriff ihn als Mittel zur Herstellung einer visuellen Identität zwischen Ost und West.

          Nach dem Tod Titos im Jahr 1980 und dem Einsetzen der Wirtschaftskrise, versuchten sich die neuen Eliten vom sozialistischen Regime, einschließlich seiner Architektur, zu distanzieren. 1991 begann eine Reihe von Kriegen, die zum Zusammenbruch Jugoslawiens führten. Auch die Architektur zerfiel.

          „Jetzt ist genug Zeit vergangen (seit dem Zerfall Jugoslawiens) und die Menschen haben begonnen, die Architektur Jugoslawiens zu schätzen“, sagt Alan Braun, Dozent an der Fakultät für Architektur der Universität Zagreb. Er sagt, der Stil sei einzigartig. Das Interesse daran steigt - vor allem seit der Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art mit dem Titel „Concrete Utopia im Jahr 2018: Architektur in Jugoslawien, 1948-1980“.

          Der Appartementhauskomplex „Eastern City Gate“ steht im Stadtteil Konjarnik in Belgrad.
          Der Appartementhauskomplex „Eastern City Gate“ steht im Stadtteil Konjarnik in Belgrad. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Das klinische Krankenhaus Dubrava in Zagreb, Kroatien.
          Das klinische Krankenhaus Dubrava in Zagreb, Kroatien. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Unbenutzte Stühle stehen aufgereiht im Jugoslawien Salon im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad. Jede der ehemaligen jugoslawischen Republiken hatte dort ihren eigenen Salon. Möbel und Teppiche wurden nach Maß angefertigt und einige der bekanntesten Künstler fertigten Gemälde und Mosaike an.
          Unbenutzte Stühle stehen aufgereiht im Jugoslawien Salon im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad. Jede der ehemaligen jugoslawischen Republiken hatte dort ihren eigenen Salon. Möbel und Teppiche wurden nach Maß angefertigt und einige der bekanntesten Künstler fertigten Gemälde und Mosaike an. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Der Genex Tower in Belgrad, auch bekannt als The Western City Gate, besteht aus zwei schwebenden Säulen, die durch eine Luftbrücke verbunden sind.
          Der Genex Tower in Belgrad, auch bekannt als The Western City Gate, besteht aus zwei schwebenden Säulen, die durch eine Luftbrücke verbunden sind. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Ein Kronleuchter hängt an der Decke des kroatischen Salons im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad.
          Ein Kronleuchter hängt an der Decke des kroatischen Salons im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Der Karaburma Housing Tower, auch bekannt als „Toblerone“-Gebäude, befindet sich im Karaburma-Viertel in Belgrad.
          Der Karaburma Housing Tower, auch bekannt als „Toblerone“-Gebäude, befindet sich im Karaburma-Viertel in Belgrad. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Möbel und Teppiche wurden im Palata Srbije-Gebäude nach Maß angefertigt. Dieser liegt im Serbien-Salon des Gebäudes.
          Möbel und Teppiche wurden im Palata Srbije-Gebäude nach Maß angefertigt. Dieser liegt im Serbien-Salon des Gebäudes. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Beispiele für jugoslawischen Brutalismus sind die riesigen Denkmäler zum Gedenken an den Kampf gegen den Faschismus. Viele der Denkmäler sind verfallen - auch dieses für den Aufstand des Volkes von Kordun und Banija in Petrova Gora, Kroatien.
          Beispiele für jugoslawischen Brutalismus sind die riesigen Denkmäler zum Gedenken an den Kampf gegen den Faschismus. Viele der Denkmäler sind verfallen - auch dieses für den Aufstand des Volkes von Kordun und Banija in Petrova Gora, Kroatien. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Verschlossene Türen im Jugoslawien-Salon im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad.
          Verschlossene Türen im Jugoslawien-Salon im Palata Srbije-Gebäude in Belgrad. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Grau in Grau: der Block 23 des Wohnhauses besteht hauptsächlich aus Beton.
          Grau in Grau: der Block 23 des Wohnhauses besteht hauptsächlich aus Beton. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Eine Treppe, die in den Großen Saal des Palata Sribje-Gebäudes führt.
          Eine Treppe, die in den Großen Saal des Palata Sribje-Gebäudes führt. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Das alte jugoslawische Passagierflugzeug vor dem Luftfahrtmuseum in Belgrad ist schon lange nicht mehr im Einsatz.
          Das alte jugoslawische Passagierflugzeug vor dem Luftfahrtmuseum in Belgrad ist schon lange nicht mehr im Einsatz. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Block 61 ist einer von insgesamt 70 nahezu baugleichen Wohnblöcken des Wohnkomplexes „Blokovi“ in Neu Belgrad, Serbien.
          Block 61 ist einer von insgesamt 70 nahezu baugleichen Wohnblöcken des Wohnkomplexes „Blokovi“ in Neu Belgrad, Serbien. : Bild: Marko Djurica/Reuters
          Viele der Denkmäler des jugoslawischen Brutalismus sind verfallen. Das Kriegsdenkmal „Schlacht von Sutjeska“ in Bosnien und Herzegowina, das an die Ermordnung von 7000 Menschen durch die Nazis erinnert, wurde jedoch im vergangenen Jahr renoviert.
          Viele der Denkmäler des jugoslawischen Brutalismus sind verfallen. Das Kriegsdenkmal „Schlacht von Sutjeska“ in Bosnien und Herzegowina, das an die Ermordnung von 7000 Menschen durch die Nazis erinnert, wurde jedoch im vergangenen Jahr renoviert. : Bild: Marko Djurica/Reuters

          Folgen Sie Marko Djurica auf Instagram:@mdjurica

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