https://www.faz.net/-ipx-9la40

Extremsport vor den Lofoten : Surfin’ On The Rocks

  • Aktualisiert am

Bild: Olivier MORIN / AFP

Einfach nur surfen? Einem norwegischen Extremsportler reicht das nicht. Er formt Surfboards aus Eis. Dann muss er sich beeilen: Denn die Bretter schmelzen ihm in kürzester Zeit unter den Füßen weg. Ein Fotoessay von AFP-Fotograf Olivier Morin.

          Man muss schon aus besonders hartem Holz geschnitzt sein, wenn man sich fürs Surfen wie diese Skandinavier erwärmen kann: Der norwegische Filmemacher und Extremsurfer Inge Wegge und Freunde aus Schweden formen Boards aus Eisblöcken und surfen mit ihnen in arktischen Gewässern vor den Lofoten.

          Vor dem Sport kommt das Handwerk. Am Strand wird aus dem Eisblock ein Surfbrett geschnitten.
           Alles im Lot. Gleich kann es losgehen.

          Aus dem Kühlhaus vom Fischereihafen Svolvaer kommen die Eisquader, die die Sportler dann mit Sägen, Schabern und Feilen in Form bringen.

          Board in Ordnung. Es kann ins Wasser.
          Wenn noch nichts abgeschmolzen ist, braucht es schon zwei Leute zum Transport.

          Was dann folgt, ist allerdings ein kurzes Vergnügen: Denn kaum aus dem Eisklotz geschnitten, beginnen die Boards bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt schon wieder zu schmelzen.

          Lisa Blom, Mattias Hornquist und Oskar Nordin (v.l.) aus Schweden heben ihr neues Board ins Wasser.
          Warten auf die perfekte Welle.
          Pontus und Lisa aus Schweden sind noch am Proben.

          Gerade fünf bis sieben Grad über dem Gefrierpunkt liegen die Wassertemperaturen dort um diese Jahreszeit.

          Trotzdem schmelzen die über 80 Kilogramm schweren Teile den Surfern schnell unter den Körpern weg.

          Den Wellen entgegen.
          Sieht schön aus, ist aber kalt.

          Nur 20 Minuten lang taugen die Bretter zum Surfen. Davon sind nur die letzten drei Minuten ideal, bevor das Board dann schon wieder zusammengeschmolzen ist.

          Spikes unter den Füßen sollen den nötigen Halt auf dem Brett geben.
          Warten was das Zeug hält.

          Wer jetzt die perfekte Welle erwischt, hat das volle Vergnügen. Wer sie verpasst, sitzt bald auf einem bröckelnden Brett.

          Raus ans Land. Ein Schneesturm rauscht heran.
          Noch ein Versuch. Das Eisbrett ist schon deutlich angefressen.
          Ziemlich geschmolzen. Bald geht gar nichts mehr.
          Ein letzter Versuch. Die Temperaturen haben das Surfbrett schon zum Bodyboard geschrumpft.
          Schneiden, feilen, surfen.
          Ein Mann, ein Board: Inge Tamburaci Wegge mit seinem frisch geschnitzten Brett

          Unsere Fragen nach seiner Arbeit hat Olivier Morin so beantwortet:

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme ?

          I follow them because there is a small community of local surfers with a very good level. I met them 4-5 years ago during my first trip up there. They are very active in terms of surfing and challenges in any weather conditions. One of them, Inge Wegge, the leader of this project, has already spent 9 months in 2012 during a full winter in autonomy with a friend of his, in a remote bay in Lofoten. From this experience a documentary exists. “North of the Sun” is a world reference in terms of Surfing spirit. It tells about surfing off Lofoten. It is a humble community living in a very hostile land. They are full of energy and happiness.
          Geographically, at winter time, and beyond the arctic circle, there are not many spots in the world where you can climb a mount with your skis on the back for a couple of hours, enjoying the downhill in perfect puff back to the car. Changing clothes to put a wetsuit on and continue in the ocean to ride some waves, at night time lit up by northernlights. Heaven.
          When they told me about their project, I was very enthusiastic and confident. Because I knew they could do it! They have the gutts to success, and after all, why wouldn't it be possible. Because everything floating is surfable. An ice chunk is surfable, because it is floating, heavy but floating, so ridable. Where else than an arctic land such an idea can be born, where else than in an arctic land such a project can exist? I never had any doubt they could make it, though the question remained how long it would take from attempt to success.

          When and where were you born, where have you been educated und what are stages of your professional career ?

          I’ve been a staff photographer for Agence France-Presse for the past 29 years.

          Born in France in 1965, I’ve been based in Bordeaux, Lille, Paris where I shot mainly international sports. Later I became Eastern France Photo chief based in Strasbourg, before becoming Chief Photographer for the Nordic Countries in Stockholm and spending six years in AFP Milan, Italy.

          For the past year, I’ve been Photo Chief Editor France based in Paris.

          I used to cover a variety of daily news events including economy, fashion and sports, specializing in outdoor-water features .

          I’ve been shooting 10 Olympic Games, both Summer and Winter, and covered soccer (Football), Rugby, Athletics Worlds Championships, Alpine skiing World cups and World Championships on a regular basis.

          I’ve been also awarded first prize in the 2000 Fuji photo contest for an archery picture from the Sydney Olympics, 2nd prize and 3rd prize in Sportfolio in 2013 and 2015, and won Italy’s sports picture of the year in 2013 for a shot of Usain Bolt under lightning bolt during the 100m final at the World Championships in Moscow, and Sports Illustrated photo of the year with this photograph also, among others awards including New Yor Times.

          Which equipment did you use for the story?

          For this story I used 2 new Nikon Z6 with the waterproof housings by Liquideye (this heavy duty housings are made for surf photography).

          Weitere Themen

          Zwillingsfestival in Twinsburg

          Doppelt gemoppelt : Zwillingsfestival in Twinsburg

          Alljährlich treffen sich Zwillinge in Twinsburg in Ohio. Das Twins Days Festival findet seit 1976 jeden Sommer statt. Zugelassen sind eineiige und zweieiige Zwillinge. Die Fotografin Josie Gealer-Ng hat unterschiedlichste Zwillingspaare porträtiert.

          Der Kampf ums Weideland in Westafrika

          Das Hirtenvolk der Fulani : Der Kampf ums Weideland in Westafrika

          Der Fotojournalist Luis Tato hat das Hirtenvolk der Fulani bei ihren täglichen Verrichtungen begleitet. Die muslimischen Nomaden sind stets auf der Suche nach Weideland, versorgen die nigerianische Bevölkerung mit Fleisch – und befinden sich in einem ständigen Konflikt mit christlichen Bauern.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.