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Dürre in Indonesien : Zwischen Webstuhl und Fischernetz

  • Aktualisiert am

Julkarnaen Mansyur, ein Fischer aus Waingapu, trägt sein Netz nach dem Angeln am Strand von Maudolung zurück an die Küste. Bild: Willy Kurniawan/Reuters

Wenn die Ernte ausfällt, werden die Bauern auf der indonesischen Insel Sumba erfinderisch. Sie weben und fischen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

          2 Min.

          Im Dorf Hamba Praing in Ost-Sumba sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Pferde und Rinder gestorben, als die extreme Dürre das Gras verdorrte und Knochen und Kadaver in der kargen Landschaft zurückließ. East Sumba, etwa 2000 Kilometer östlich von Jakarta, war im vorigen Jahr, Berichten zufolge 249 Tage hinter einander ohne Regen.

          Laut einigen Experten ist der Klimawandel für das dürrebedingte Wettermuster verantwortlich, das die Menschen zwingt sich anzupassen, um zu überleben. Der Fotograf Willy Kurniawan hat die Insel besucht und den Alltag der arbeitenden Bewohner begleitet.

          Die wenigen Tiere, die auf der Insel noch gehalten werden, sind völlig unterernährt.
          Die wenigen Tiere, die auf der Insel noch gehalten werden, sind völlig unterernährt. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Ndelu Ndaha und seine Familie auf einem Feld im Dorf Hamba Praing. Einen Ernteertrag kann Ndaha hier nicht mehr erwarten.
          Ndelu Ndaha und seine Familie auf einem Feld im Dorf Hamba Praing. Einen Ernteertrag kann Ndaha hier nicht mehr erwarten. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Rückbesinnung auf alte Werte: Die Bewohner von Sumba weben wieder traditionelle Textilien.
          Rückbesinnung auf alte Werte: Die Bewohner von Sumba weben wieder traditionelle Textilien. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Maria Babang Noti und ihr Ehemann Thomas Tay Ranjawali bereiten sich darauf vor, im Atma La Kanatang, ihrem Webhaus, ein traditionelles Sumba Ikat-Textil von Hand zu weben.
          Maria Babang Noti und ihr Ehemann Thomas Tay Ranjawali bereiten sich darauf vor, im Atma La Kanatang, ihrem Webhaus, ein traditionelles Sumba Ikat-Textil von Hand zu weben. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Maria Babang Noti sitzt mit ihrem Enkel und ihrem Sohn im Webhaus in Atma La Kanatang.
          Maria Babang Noti sitzt mit ihrem Enkel und ihrem Sohn im Webhaus in Atma La Kanatang. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Thomas Tay Ranjawali isst mit seinen Familienmitgliedern Maria Babang Noti, Arini Tenga Lunga und Andreanus Talu Amah in ihrem Haus im Dorf Hamba Praing.
          Thomas Tay Ranjawali isst mit seinen Familienmitgliedern Maria Babang Noti, Arini Tenga Lunga und Andreanus Talu Amah in ihrem Haus im Dorf Hamba Praing. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Dimas Mbaha Konda Lura spielt im Meer und wartet darauf, mit seinem Vater Ndelu Ndaha am Strand von Puru Kambera angeln zu gehen.
          Dimas Mbaha Konda Lura spielt im Meer und wartet darauf, mit seinem Vater Ndelu Ndaha am Strand von Puru Kambera angeln zu gehen. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Kalara Ata Jenji und ihre Enkeltochter schlafen am Strand, während ihr Mann, Mdelu Ndaha fischen ist.
          Kalara Ata Jenji und ihre Enkeltochter schlafen am Strand, während ihr Mann, Mdelu Ndaha fischen ist. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Der Bauer Ndelu Ndaha geht mit seinem Sohn Dimas Mbaha Konda Lura und Ndahas Freunden am Strand von Puru Kambera angeln.
          Der Bauer Ndelu Ndaha geht mit seinem Sohn Dimas Mbaha Konda Lura und Ndahas Freunden am Strand von Puru Kambera angeln. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Dimas Mbaha Konda Lura und sein Cousin Simon Kopa Laki Jawa baden „Buru-Buru“, das Pferd von Dimas Vater Ndelu Ndaha.
          Dimas Mbaha Konda Lura und sein Cousin Simon Kopa Laki Jawa baden „Buru-Buru“, das Pferd von Dimas Vater Ndelu Ndaha. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Einsam steht das Pferd auf der Weide im Bezirk Kanatang.
          Einsam steht das Pferd auf der Weide im Bezirk Kanatang. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters
          Für Touristen ein beliebtes Fotomotiv: Mangroven am Walakiristrand im Sonnenuntergang.
          Für Touristen ein beliebtes Fotomotiv: Mangroven am Walakiristrand im Sonnenuntergang. : Bild: Willy Kurniawan/Reuters

          Willy Kurniawan hat unseren Fragebogen beantwortet und berichtet über sich und sein Projekt:

          How did you get in contact with the topic and what took you to document it?

          We know that climate change is affecting the world and it is still happening, so I tried to research which community in my country is directly impacted by it. Last year, local media reported that there was no rain for more than 200 days in Sumba island, which inspired me to try to find out what is really happening over there. Then I started to do some research but there were not much information and news reports about that. So I decided to visit East Sumba directly and check the situation on the ground. When I was there it was supposed to be the rainy season but the condition was worse than what I thought: The „rainy season“ was so dry. Most of the Sumbanese who worked as farmers in the past had stopped farming, instead some of them started to weave – a work that usually done by women. Some farmers chose to become fishermen. They are trying very hard to make a living in a bad condition. Therefore I think it is important to tell the world their story.

          What do you want your images to transmit?

          Locals in East Sumba are living in difficult conditions, they are suffering from the consequence of climate change due to the damage done by others. I hope to spread the awareness about the damage caused by climate change through this story, and most importantly, I want to show people around the world that our action might indirectly impact someone’s life.

          How did you came in contact with photography, what took you to choose this as a career?

          My brother who studied mass communication at the university taught me how to use a DSLR. I learned how to set up the camera and I fell in love with the “clicking” sound of camera’s shutter. I developed my photography skill through community events and participated in workshops organised by Indonesia’s state news agency Antara. I want to be a witness of history and tell the stories to the world through my lens, that’s why I decided to be a photojournalist.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you?

          I refer to the pictures stories on Reuters Wider Image, Magnum Photo, VII Agencies, Institute Artists, and etc. My works are also inspired by movies and literatures. I am amazed by the dedication of wire photographers, who are responsible to cover daily news while at the same time produce strong photo essay. My colleagues Kim Kyung-Hoon and Jorge Silva, both Pulitzer Prize winning photographers, are the role models I look up to. My mentors, former Reuters journalists Darren Whiteside and Beawiharta, who guided me when I joined Reuters as intern are also my source of inspiration to create better pictures.

          Where can one find more of your photographic work? 

          All of my updated works are published on Reuters Pictures. Or widerimage.reuters.com/photographer/willy-kurniawan

          My Instagram and Twitter account is @WillySukamoto

          And my Facebook account is here.

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