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Die Jugend Afghanistans : Hoffnung auf Frieden

Doktor Mohammad Jawed Momand, 22, posiert auf einem Pferd in Kabul. „Frieden erfordert von jedem die Waffen niederzulegen und über die Bildung und den Wohlstand in unserem Land nachzudenken.“ Bild: Mohammad Ismail/Reuters

Frieden ist für junge Afghanen nach Jahren der Instabilität mit vielen Wünschen verbunden. Der Fotograf Mohammad Ismail hat sie danach gefragt.

          Afghanistans Generation Z ist im Schatten ständiger Unruhen und internationaler Präsenz in ihrem Land aufgewachsen. Doch die Befreiung von den Taliban durch eine internationale Allianz Anfang der Zweitausender Jahre gab den Jugendlichen die Möglichkeit ohne die Strenge des islamischen Rechts erwachsen zu werden und sich den Freiheiten westlicher Kultur hinzugeben. Das steht nun auf dem Spiel.

          Durch die Friedensverhandlung Amerikas mit den Taliban könnte deren Einfluss auf das Land in einer zukünftigen Regierung wieder zunehmen, mit weitreichenden Konsequenzen. Der afghanische Fotograf Mohammad Ismail porträtierte junge Bewohner der Hauptstadt Kabul und fragte sie nach ihren Sorgen und Hoffnungen.

          Anosh Sarwari, 23, arbeitet in einem Cafe in Kabul. „Wir dürsten nach Frieden. Wir wollen Frieden, damit die Leute ihren Geschäften nachgehen und komfortabel leben können.“
          Kawsar Sherzad, 17, posiert in einem Club für Muay Thai Kampfsport. „Afghanische Frauen haben große Verdienste im Sport errungen, somit bin ich optimistisch, dass die Taliban diese Verdienste akzeptieren werden.“
          Sultan Qasim Sayeedi, 18, arbeitet als Model und holt sich Inspirationen von Vorbildern aus den sozialen Medien. „Wir haben Angst unsere Shows nicht mehr zeigen zu können, sollten die Taliban kommen. Aber es ist Zeit, das die Kämpfe enden. Wenn die amerikanischen Truppen gehen, wird Friede einkehren. Wir wollen Frieden.“
          Sohail Ataie, 22, verkauft Luxuskleidung in seinem Geschäft in Kabul. „Wir sind müde vom Krieg. Was wir wollen, ist Frieden für ein besseres Leben.“
          Wasim Anwari, 19, ist afghanischer Sänger und posiert in einem Fernsehstudio, in dem eine Talentshow produziert wird. „Friede bedeutet mir viel, damit ich meine Kunst weiter ausüben kann. Aber ohne Frieden gibt es keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“
          Mahdi Zahak, 25, ist Künstler und steht in den Räumen des Künstlerkollektivs ArtLords in Kabul. „Es gibt Hoffnung auf Frieden, aber die einzige Möglichkeit auf Frieden ist, dass die Taliban die Verdienste des Landes der letzten 17 Jahre akzeptieren und jeden sich seines Lebens freuen lassen.“
          Hussain, 19, ist Friseur und steht in einem Salon in Kabul. Er wuchs wie viele andere Afghanen als Flüchtling im Iran auf. „Ich bin optimistisch über die Beteiligung der Taliban am Friedensprozess. Es wird den Krieg und die Konflikte in unserem Land beenden. Ich möchte, dass die Taliban ihre Politik ändern und sich nicht so benehmen wie zuvor.“
          Maram Atayee, 16, ist Pianistin am Afghanischen Nationalinstitut für Musik in Kabul. „Was mir am meisten Sorgen bereitet ist, dass ich nicht mehr Musik spielen kann, falls die Taliban zurückkehren. Es wäre großartig, wenn die Regierung und die Taliban einen Friedensvertrag aushandeln könnten. Dann sollte jeder Zugang zu Musik haben und Frauenrechte müssen geschützt sein.“
          Zarghona Haidari, 22, arbeitet in einer Buchhandlung im Shahr Ketap Zentrum in Kabul. „Ich bin nicht sehr optimistisch, dass es in diesem Land Frieden geben wird. Ich glaube nicht, dass die Taliban sich auf ein Abkommen mit der Regierung einlassen werden.“
          Nadim Quraishi, 19, steht vor seinem Laden für Computerspiele in Kabul. „Wir möchten ein Ende des gegenwärtigen Konflikts in unserem Land. Wir haben Hoffnung auf einen stabilen Frieden zwischen Regierung und den Taliban.“
          Omid Arman, 21, ist Model und posiert für das Foto in Kabul. „Jeder sehnt sich nach Frieden in diesem Land. Wir wurden Zeugen vieler Konflikte, es ist genug, wir wollen nicht noch mehr Tragödien erleben.“
          Zainab Farahmand, 22, ist freie Journalistin und posiert vor einem eingeschneiten Schwimmbad in Kabul. „Wir werden die Taliban nur begrüßen, wenn sie die Demokratie und ihre Werte für unser Land akzeptieren“.
          Farzad Aslami, 18, posiert in einem Kabuler Billard-Club. „Wir möchten Frieden zum Wohle unseres Landes. Wir wollen keine Selbstmordanschläge und Explosionen mehr.“

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