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Schwäbische Alb : Die Wildnis vor der Haustür

Im Eselsburger Tal liegt ein kleiner ehemaliger Fischweiher den »Steinernen Jungfrauen« zu Füßen. Einer Sage nach wurden zwei Mägde von einem Burgfräulein in zwei Felsnadeln verwandelt. Bild: Wolfgang Trust/Knesebeck-Verlag

Naturschätze zwischen Felsen, Höhlen und Wasserfällen – „Wilde Alb“ ist ein Projekt, für das dreißig Fotografen bei Wind und Wetter und zu jeder Tages- und Jahreszeit loszogen, um die Faszination der Alb einzufangen. FAZ.NET präsentiert nun die besten Bilder.

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          Die Schwäbische Alb im Herzen Baden-Württembergs ist eine der abwechslungsreichsten Kulturlandschaften Deutschlands und ein Hotspot der Artenvielfalt. Jahr für Jahr zieht die Region mehr Besucher an und lädt zum Wandern und Natur erleben ein. Topfotografen der GDT (der Gesellschaft für Naturfotografie) e.V. zeigen in diesem Bildband atemberaubende Motive dramatischer Felsen, geheimnisvoller Höhlen und Wasserfälle aus der schützenswerten Natur ihrer Heimat. Ob nebeldurchzogene Täler, Wanderfalken, die elegant über die Felsen gleiten, seltene Orchideen, die in den Wacholderheiden blühen, oder der farbenprächtige Alpenbock-Käfer, der in den Buchenwäldern krabbelt: die faszinierenden Aufnahmen zeigen das Urwüchsige, das Mystische und das selten Gewordene der Natur vor der eigenen Haustür. Die Sehnsucht der Menschen nach heimischer Natur, nach Erdung und intensiven Erlebnissen im Grünen – das alles spiegelt sich in den grandiosen Fotografien und in den kurzweiligen Texten wider und soll Lust machen, die vielfältigen Lebensräume der Alb und ihre Bewohner aus neuen Blickwinkeln kennenzulernen. Dieser Band versammelt die besten Aufnahmen des Fotoprojekts „Wilde Alb“ – eine echte Liebeserklärung in Bildern.

          2015 stellten die Naturfotografen Bernd Nill und Benjamin Waldmann ihre Idee zum Fotoprojekt „Wilde Alb“ in der Regionalgruppe vor, Anfang 2016 fiel der Startschuss. Rund 30 Fotografen zogen bei Wind und Wetter und zu jeder Tages- und Jahreszeit los, um die Faszination der Alb in einer frischen Bildsprache einzufangen. Neben dem Bildband sind aus dem Projekt auch eine Multivisionsshow und eine Wanderausstellung hervorgegangen. Im Jahr 2017 gewann die Schwäbische Alb außerdem den Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusdestinationen“.

          Majestätisch gleitet der Uhu, die größte Eulenart der Welt, entlang seines felsigen Lebensraums. Früher wurde er gezielt verfolgt und getötet, heute ist er geschützt und wieder überall auf der Alb präsent.
          Knorrige kleine Eichen prägen die Felsköpfe des Oberen Donautals und sind, wie hier am Eichfelsen, namensgebend. Von diesem bekannten Aussichtspunkt hat man einen spektakulären Ausblick über dieses Tal.
          Der Uracher Wasserfall friert nur in extrem kalten und langen Kälteperioden nahezu komplett zu. An klaren Abenden gibt er unter seinen langen Eiszapfen diesen einmaligen Blick auf die Ruine Hohenurach frei.
          Das Felsenmeer im Wental auf der Ostalb ist eines der eindrucksvollsten Trockentäler auf der Schwäbischen Alb. Nachts wird es zur märchenhaften Fantasielandschaft unter einem unendlichen Sternenhimmel.
          Im Frühjahr wandern die Feuersalamander aus den Wäldern zu ihren Laichgewässern. Die Tiere sind lebendgebärend und setzen ihre
Larven bevorzugt in die fischfreien Oberläufe der Bäche ab.
          Schneefall im April modelliert die Landschaft des Albtraufs, sodass
Wald und Fels plastisch hervortreten. Mit einem diagonal verlaufenden Wegenetz hat der Mensch versucht, die steilen Hänge urbar zu machen.
          Die Rotbuchen prägen viele Wälder der Schwäbischen Alb: ihre grauen Stämme stehen im Kontrast zum herbstlichen Laub und erzeugen die für die Alb so charakteristische Kulisse.
          Im Vorland der Schwäbischen Alb liegt eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas. Während der Obstbaumblüte beeindruckt das Muster aus grünen Wiesen und weißen Bäumen.
          Die Grenze zwischen Albtälern
und Hochfläche wird bei solchen Wetterlagen sichtbar: Im
Tal wabert der Nebel und über
den Höhen ist der Himmel klar.
Nicht an allen Tagen löst die
Sonne den Nebel auf.

          Die GDT (Gesellschaft für Naturfotografie) e.V. ist eine der größten Organisationen für Naturfotografie weltweit. Die Achtung vor der Natur ist für GDT-Mitglieder oberstes Gebot bei ihrer fotografischen Arbeit. Neben privaten Mitgliedern unterstützen zahlreiche Förderer die Arbeit der GDT, deren Anliegen es ist, hochwertige und aussagekräftige Naturfotos aufzunehmen und sie der Öffentlichkeit durch Ausstellungen, Bücher, Kalender und Vorträge zugänglich zu machen. So will die GDT das Verständnis für die Natur fördern und für ihren Schutz werben. Bei Knesebeck erschienen bereits die Bände Unsere wilde Heimat (2016) und Nationalpark Schwarzwald (2016).

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