Artemis :
Sex ist auch nur eine Arbeit

Von Jens Gyarmaty
Lesezeit: 1 Min.
Das „Artemis“ in Berlin will ein Bordell ohne Ausbeutung sein: eins sauberes Haus. Dort können Frauen selbstbestimmt ihre Arbeit tun.
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Eine Fotoreportage des Berliner Fotografen Jens Gyarmaty für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Malerereien in den Fluren des Artemis. Es gibt viel Gold, Kunstledersofas, Polsterinseln, Gemälde mit Jugendstilmotiven und Dutzende von nackten Frauen. Sie sind brünett, blond, schwarzhaarig, manche jung, andere etwas älter.
Malerereien in den Fluren des Artemis. Es gibt viel Gold, Kunstledersofas, Polsterinseln, Gemälde mit Jugendstilmotiven und Dutzende von nackten Frauen. Sie sind brünett, blond, schwarzhaarig, manche jung, andere etwas älter.Jens Gyarmaty
Papier- und Frottierhandtücher finden sich überall.
Papier- und Frottierhandtücher finden sich überall.Jens Gyarmaty
Kontrast zwischen dem Drinnen und Draußen.
Kontrast zwischen dem Drinnen und Draußen.Jens Gyarmaty
Unter Palmen
Unter PalmenJens Gyarmaty
Die Prostituierten in Berlins größtem Bordell Artemis bereiten sich auf ihre Kunden vor.
Die Prostituierten in Berlins größtem Bordell Artemis bereiten sich auf ihre Kunden vor.Jens Gyarmaty
Wäschetrockner sind Teil des Konzepts. Es gibt ein Putzteam, das nach jedem Freier saubermacht. Und Handtücher bekommen die Frauen, so viele sie wollen.
Wäschetrockner sind Teil des Konzepts. Es gibt ein Putzteam, das nach jedem Freier saubermacht. Und Handtücher bekommen die Frauen, so viele sie wollen.Jens Gyarmaty
Safety First!  Drückt man in den Zimmern den Notfallknopf, stehen sofort Security-Jungs in der Tür.
Safety First! Drückt man in den Zimmern den Notfallknopf, stehen sofort Security-Jungs in der Tür.Jens Gyarmaty
Die Situation ist eindeutig geregelt: Im Bordell Artemis in Berlin.
Die Situation ist eindeutig geregelt: Im Bordell Artemis in Berlin.Jens Gyarmaty
Die Preise für ihre sexuellen Dienstleistungen haben die Frauen selbst festgelegt: So wurde es in einer der Hausversammlungen entschieden.
Die Preise für ihre sexuellen Dienstleistungen haben die Frauen selbst festgelegt: So wurde es in einer der Hausversammlungen entschieden.Jens Gyarmaty
Außenbereich des Bordells eingekesselt von Bahngleisen.
Außenbereich des Bordells eingekesselt von Bahngleisen.Jens Gyarmaty
Sila, Loira und Dsera nennen sich die Frauen. Pseudonyme sind wichtig in der Welt der Prostitution.
Sila, Loira und Dsera nennen sich die Frauen. Pseudonyme sind wichtig in der Welt der Prostitution.Jens Gyarmaty
Eine Discokugel zeichnet Lichttupfer an die Wände.
Eine Discokugel zeichnet Lichttupfer an die Wände.Jens Gyarmaty

Ein Auftrag der Sonntagszeitung führt mich ins Berliner Artemis. Es gilt als das größte Bordell Deutschlands, direkt neben der Autobahn und dem Berliner Messegelände gelegen. Der Geschäftsführer bittet drei Damen, für die Bilder, mit mir zu gehen. Sie erzählen mir von ihrem Beruf: „Die meisten Männer suchen nach Bestätigung. Sexuelle Befriedigung, Körper und Lust ist Teil davon, aber oft gar nicht so wichtig. Unterschiede im Umgang gibt es so viele, wie es Männer gibt. In ihrer Nacktheit sind sie dann alle gleich. Es gibt natürlich die „Harten“, aber auch viele, die weinen“.

Sobald der Freier gewählt hat und sich mit „seiner“ Dame zurückzieht, verschiebt sich das Machtgefüge zu Gunsten der Frau. Von Zwang und Gewalt erzählen mir die Frauen nichts. Unbestreitbar finden sie aber im Milieu statt. Sie wollen nicht darüber sprechen. Die drei arbeiten auf eigene Rechnung. Zum Ende der Reportage frage ich sie, warum sie den Fotos zugestimmt haben. Weil sie darum gebeten wurden, war die Antwort: Fürs Haus mache man das gerne.


Jens Gyarmaty

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