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Das Greensill-Drama : Zinswetten auf Kosten aller

Bremen: Heimat der Stadtmusikanten und Sitz der Greensill Bank. Bild: dpa

Internetportale wie Weltsparen haben das Geld ihrer Kunden an die angeschlagene Greensill Bank vermittelt. Nutzen sie die Einlagensicherung für ihre Zwecke aus?

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          Mit Werbesprüchen ist das so eine Sache: Sind sie zurückhaltend formuliert, nimmt keiner sie wahr. Sind sie zu offensiv, kann dies andere Probleme verursachen. Das Zinsportal Weltsparen will mit dem Slogan „Mit Sicherheit die besten Zinsen“ für sich einnehmen. Das Portal Zinspilot versucht es auf ähnliche Weise mit „Tages- und Festgeldangeboten mit marktführenden Zinsen“. Außerdem heißt es dort: „Wir machen Sparen komfortabel und garantieren unseren Kunden eine unkomplizierte Geldanlage.“

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wirklich komfortabel und sicher dürften sich viele Kunden aber nach den Ereignissen der vergangenen Woche nicht unbedingt fühlen. Da machte auf einmal eine Bank von sich reden, von der noch nicht einmal Experten zuvor viel gehört hatten. Die Greensill Bank mit Sitz in Bremen, eine Tochtergesellschaft der Finanzgruppe Greensill Capital, sah sich plötzlich im Zentrum internationaler Finanzverwicklungen. Undurchsichtige Verbindungen zum Imperium des britischen Stahlbarons Sanjeev Gupta und mögliche Bilanzmanipulation inklusive. Wegen drohender Überschuldung verhängte die Finanzaufsicht Bafin am Mittwoch ein Moratorium. Das heißt: Kein Geld kommt derzeit in die Bank hinein und auch keines heraus.

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