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World Gold Council : Globale Goldnachfrage steigt um 10 Prozent

Trotz der Aussicht auf steigende Zinsen: Gold bleibt bei vielen Anlegern beliebt. Bild: Reuters

Nicht nur die Deutschen haben im vergangenen Jahr kräftig Goldbarren- und Münzen gekauft. Auch in anderen Ländern war das Edelmetall gefragt. Das Ausmaß des Nachfrageanstiegs überrascht.

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          Die Nachfrage nach Gold in aller Welt ist im vergangenen Jahr um 10 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Branchenorganisation World Gold Council (WGC) am Donnerstag vorgelegt hat. „Es war ein gutes Jahr für Gold“, sagte Analystin Louise Street, obwohl der Goldpreis von Januar bis Dezember in Dollar sogar leicht gesunken ist. Der Jahresdurchschnittspreis aber habe über dem Vorjahr gelegen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Gesamtnachfrage habe von 3658 auf 4021 Tonnen zugelegt. Vor allem für die Schmuckherstellung wurde wieder mehr Gold verbraucht als im Krisenvorjahr, die Nachfrage stieg um 67 Prozent auf 2220 Tonnen.

          Der Einsatz von Gold in der sonstigen Industrie, etwa für Schaltkreise in Laptops und Smartphones, stieg um 9 Prozent auf 330 Tonnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen legte deutlich zu, um 31 Prozent auf 1180 Tonnen. Und das, obwohl auch 2020 zeitweise sehr viel physisches Gold geordert worden war.

          Deutschlands Privatanleger bleiben Gold treu

          Dabei spielten die deutschen Privatanleger wieder eine wichtige Rolle, wie Street sagte. In Deutschland wuchs die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen um 3 Prozent auf 161 Tonnen.

          Rückläufig waren hingegen im vergangenen Jahr global die Bestände in Gold-ETF, die im Jahr zuvor stark gewachsen waren. Hier gab es Abflüsse von 173 Tonnen, im Vorjahr hatten die Zuflüsse bei 874 Tonnen gelegen.

          Auch die Zentralbanken haben wieder viel Gold gekauft; zum Teil aus unterschiedlichen Motiven, wie Street sagte, überwiegend aber zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Die Nachfrage auf diesem Sektor stieg um 82 Prozent auf 463 Tonnen. Der Abfluss aus den ETF führte dazu, dass die Goldnachfrage aus Investmentgründen insgesamt gesunken ist, und zwar um 43 Prozent auf 1007 Tonnen.

          Für das laufende Jahr sieht das Council eine ähnliche Dynamik für die Goldnachfrage wie im vorigen Jahr. Die Tendenz zu steigenden Zinsen bremse die Nachfrage, die Inflation treibe sie. Schmuckherstellung und Industrie dürften wieder mehr Gold nachfragen.

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