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Wohnimmobilien : Mieten sinken in vielen teuren Städten

  • -Aktualisiert am

Sanierte Altbauten in der norddeutschen Großstadt Kiel Bild: dpa

Exorbitant steigende Mieten gehören zumindest im bundesweiten Durchschnitt wohl der Vergangenheit an. Doch die Kaufpreise für Eigenheime steigen deutlich – was mit der Flucht vor Corona ins Grüne zu tun haben könnte.

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          Während die Preise für Eigenheime steigen, schwächt sich der Anstieg der Mieten ab. So sanken in 28 der 50 teuersten Städte die Mieten für neu abgeschlossene Verträge im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal. Im gleichen Zeitraum gingen die Neuvertragsmieten im bundesweiten Durchschnitt insgesamt um 0,9 Prozent leicht zurück. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres stiegen die Angebotsmieten bundesweit nur um 0,1 Prozent.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das zeigen Zahlen, die das Beratungsunternehmen F+B am Montag vorlegte. Das Hamburger Unternehmen berät Kommunen bei der Aufstellung von Mietspiegeln. F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner sagte dazu: „Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen endgültig der Vergangenheit an.“ Aus Sicht der Vermieter zeige sich der Markt trotz Corona aber überraschend robust und stabil.

          Die Großstadt München bleibt trotz eines Rückgangs der durchschnittlichen Miete je Quadratmeter um 30 Cent das teuerste Pflaster. Eine 75 Quadratmeter große Standard-Wohnung im Alter von zehn Jahren kostet dort laut F+B monatlich 16 Euro je Quadratmeter. In der südhessischen Metropole Frankfurt stiegen die Neumieten im dritten Quartal um ein Prozent moderat gegenüber dem Vorjahr. In der Bankenstadt kostet eine neu vermietete Wohnung im Durchschnitt 12,10 Euro je Quadratmeter.

          Das Beratungsunternehmen F+B untersuchte neben den Wohnungsmieten weitere Bereiche des Wohnungsmarktes. Insgesamt sind die Preise und Mieten für Wohnimmobilien laut F+B im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent gestiegen. Verglichen mit dem Vorquartal stieg der kombinierte F+B-Preisindex für Mieten und Kaufpreise nur um 0,2 Prozent.

          Bemerkenswert ist der Blick auf das Marktsegment der Eigenheime, das die Preisentwicklung laut F+B dominiert habe. So stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im dritten Quartal um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Preise für Eigentumswohnungen im gleichen Zeitraum mit 5,5 Prozent weniger stark zulegten.

          Dazu sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner: „Wir sind der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat.“ Grundlage dieser Zahlen sind bereinigte Angebotsdaten von über 30 Millionen Wohnungen und Häusern aus einer der laut F+B größten Preis- und Marktdatenbanken in Deutschland. Das Unternehmen korrigiert die Angebotspreise um Erfahrungswerte und wendet statistische Methoden für seine Schätzungen an.

          Rückzug ins Grüne?

          Die anhaltend starke Nachfrage nach Eigenheimen könnte mit der Corona-Pandemie zu tun haben, wegen der vor allem Schichten mit höheren Einkommen immer öfter zu Hause arbeiten. Das könnte Immobilien in Randlagen von Städten begünstigen, bei denen es sich häufiger um Eigenheime handelt als um Wohnungen. Wer sich ein Auto leisten kann, meidet den öffentlichen Nahverkehr, so dass die Nähe zu Haltestellen und Bahnhöfen bei der Lagebeurteilung einer Wohnimmobilie in den Hintergrund tritt. Zudem bevorzugen Immobilienkäufer angesichts von Lockdowns und drohenden Ausgangsbeschränkungen größere Wohnflächen, einen eigenen Garten und die Nähe zur Natur.

          Mit Blick auf Eigentumswohnungen beobachtet F+B deutliche Preissteigerungen unter anderem in süddeutschen Gemeinden, also in Baden-Württemberg und Bayern, und nennt dabei Erding, Lindau am Bodensee, Landshut und Germering. Dort dominierten regionale oder lokale Investoren, bei denen die Selbstnutzung und Altersvorsorge im Vordergrund stehe. Nach Ansicht von F+B-Geschäftsführer Leutner deuten sich hier eventuell auch schon durch Corona bedingte Nachfragepräferenzen für kleinere Städte an, die sich zum Teil im Umfeld von Metropolen befinden, aber eine geringere Baudichte aufweisen.

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