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Steigende Immobilienpreise : Wie wird Wohnen billiger?

Mehr Bauland erhöht die Chancen auf mehr Wohnungen, was die Preise senken würde. Allerdings sind Baufirmen derzeit voll ausgelastet und könnten kaum mehr weitere Aufträge annehmen. Mehr Neueinstellungen könnten helfen, benötigen aber Zeit. Die Grundsteuer C müsste sehr hoch sein, um eine Bebauung zu erzwingen. Das würde dann auch die Eigentümer ungerechterweise treffen, die bauen wollen, aber derzeit mangels Geld oder freier Bauunternehmen nicht können. Die Nachverdichtung in den Städten sorgt regelmäßig für Ärger mit den Anwohnern, weil dann die Nachbarhäuser näherrücken und höhere Häuser Schatten werfen. Auch neue Stadtviertel will kaum jemand vor seiner Haustür haben. Hier könnte eine finanzielle Kompensation helfen, zum Beispiel über Anteile an einer Baugenossenschaft, die das Viertel bauen wird. Das Personal in den Bauplanungsämtern müsste aufgestockt werden, um Baugenehmigungen schneller erteilen zu können. Zudem könnten die Vorschriften, ab welcher Höhe die scharfen Regeln für Hochhäuser gelten, gelockert werden. Werden zudem die Anforderungen an Energiesparmaßnahmen seltener angepasst, steigen die Baukosten weniger und Mieterhöhungen können kleiner ausfallen.

Das Umland stärken

Was ist gemeint?

Die Immobilienpreise und Mieten steigen am stärksten in den großen Ballungsräumen, weil dort die meisten Menschen hinziehen wollen. Daher soll das Umland gestärkt werden, damit mehr Bürger dort bleiben. Die Länder verlagern dazu Verwaltungsstellen aus den Großstädten in mittelgroße Orte. Die große Koalition will zudem mit mehr Geld den Ausbau der ländlichen Verkehrswege fördern. Nötig wäre auch, die sonstige Infrastruktur wie den Kindergarten und einen Arzt im Ort zu halten und schnelles Internet zu installieren, was im besten Fall sogar neue Arbeitsplätze auf dem Land schafft. Der Zwang zum Pendeln in die Ballungsräume entfiele dann für einige. Zudem müssten die Großstädte stärker als bisher mit den umliegenden Kommunen gemeinsam neue Wohnflächen planen.

Wird Wohnen dadurch billiger?

Nimmt der Zuzug in die Ballungsräume ab, steigen dort die Immobilienpreise und Mieten weniger. Das hat aber Nachteile. Die meisten Menschen werden längere Wege zum Arbeitsplatz haben, denn der Großteil der Arbeitsplätze findet sich immer noch in den Städten. Doch längeres Pendeln belastet die Menschen. Hinzu kommt steigender Verkehr und eine höhere Umweltbelastung. Erst wenn die Leute vor allem den Zug oder das Fahrrad nutzen oder Autos elektrisch fahren, kann verstärktes Pendeln zumindest ökologisch vertretbar sein.

Subventionen für Bauherren

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