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Mikrozensus : Wo das Armutsrisiko in Deutschland besonders hoch ist

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Deutschlandfahne an einem Plattenbau Bild: AP

Je nach Bundesland gibt es gravierende Unterschiede bei der wirtschaftlichen Situation privater Haushalte. Alleinerziehende sind besonders stark von Armut bedroht – im Osten wie im Westen.

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          Die Gefahr zu verarmen, unterscheidet sich in Deutschland je nach Bundesland deutlich. Tendenziell höher ist das Armutsrisiko in norddeutschen und ostdeutschen Regionen, niedriger dagegen im Süden. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor.

          Das Amt stützt sich dabei auf für das Jahr 2018 im Rahmen eines Mikrozensus erhobene Daten. Bei einem Mikrozensus wird die soziale und wirtschaftliche Situation auf der Ebene von Privathaushalten erfasst. Anders als bei einer kompletten Volkszählung wählen die Statistiker bei einem Mikrozensus eine geringe Zahl von Haushalten aus, die aber ein für die Gesamtheit repräsentatives Bild abgeben.

          Negativer Spitzenreiter im Armutsranking ist der Stadtstaat Bremen, wo laut Destatis 22,7 Prozent der Bevölkerung in Privathaushalten von Armut gefährdet sind. Es folgen die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Hauptstadt Berlin liegt mit einer Armutsgefährdungsquote von 18,2 Prozent auf dem vierten Platz.

          Die Armutsquote entspricht dem Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des bundesweiten Durchschnittseinkommens. Den Durchschnitt misst Destatis anhand des Medians, der anders als der rechnerische Mittelwert nicht durch extrem niedrige oder extrem hohe Ausreißer verzerrt wird.

          Die Statistiker definieren Armut also nicht anhand absoluter Zahlen, sondern vergleichen die Einkommen eines Haushalts, vereinfacht gesagt, mit dem Durchschnittshaushalt.

          Am wenigsten schlecht sieht die Situation in Bayern und Baden-Württemberg aus. Dort liegt die Quote der von Armut bedrohten Personen bei 11,7 und 11,9 Prozent. Laut Destatis bewegen sich die Gefährdungsquoten in den westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern nach und nach aufeinander zu.

          Besonders gefährdet sind Haushalte von Alleinerziehenden. So waren 2018 mehr als 40 Prozent der westdeutschen Haushalte mit nur einem Elternteil von Armut bedroht. In Ostdeutschland galt das für mehr als 44 Prozent der Personen, die in einem Alleinerziehenden-Haushalt wohnten.

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