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Wirtschaftsweiser : Wieland fordert von EZB Zinserhöhung schon 2022

  • Aktualisiert am

Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrats Bild: Marie-Luise Kolb

Während die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen anheben will, stehen die Zeichen bei der EZB weiter auf Lockerheit. Sachverständigenratsmitglied Volker Wieland hält das für einen Fehler.

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          Der Wirtschaftsweise Volker Wieland fordert die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer Zinserhöhung bereits im laufenden Jahr auf. „Der Ausschluss einer möglichen Zinserhöhung 2022 ist schwer zu begründen und unnötig“, sagte Wieland der Wirtschaftswoche einem Vorabbericht zufolge. Vor allem erstaune ihn, dass EZB-Chefin Christine Lagarde ihren expansiven Kurs damit rechtfertige, man werde 2023 und 2024 wieder unter dem Inflationsziel von durchschnittlich 2 Prozent liegen.

          „Angesichts der Fehleinschätzungen zur Inflationsentwicklung ist es sehr gewagt, die aktuelle Geldpolitik an Prognosen zu koppeln, die derart weit in die Zukunft reichen“, erklärte Wieland. Die Inflation im Euro-Raum war im Dezember überraschend abermals auf ein Rekordhoch gestiegen.

          In einem F.A.Z.-Interview in der vergangenen Woche hatte Wieland geäußert, die EZB habe die starke Erholung der Weltwirtschaft und der Nachfrage im Euro-Raum vielleicht unterschätzt und darauf aufmerksam gemacht, dass die Zentralbank mit Ihren Inflationsprognosen für 2021 weit daneben lag. Noch im September sei sie von einer Rate von 1,7 Prozent ausgegangen.

          Als Ursache sieht Wieland vor allem dass die Angebotskapazitäten mit der Nachfrage nach langlebigen Gütern im Zuge der schnellen wirtschaftlichen Erholung nicht hätten mithalten können. Sehr hohe staatliche Transfer- und Unterstützungsleistungen hätten zudem besonders in den USA die Verbraucherpreisinflation angetrieben.

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