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Wirecard-Skandal mit Folgen : Die KfW hat jetzt ein Problemkind

Das KfW-Gebäude in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Eine KfW-Tochtergesellschaft hatte dem Skandalkonzern Wirecard eine Kreditlinie über 100 Millionen Euro gegeben. Der Großkredit hat nun die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf den Plan gerufen.

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          Der Schaden für den Steuerzahler dürfte erheblich sein. Eine Kreditlinie über 100 Millionen Euro hat die KfW-Tochtergesellschaft Ipex-Bank dem Skandalkonzern Wirecard erstmals im September 2018 gewährt und ein Jahr später noch einmal verlängert. Als der Zahlungsdienstleister nun Insolvenz anmelden musste, wurde der Kredit notleidend und rasch an einen auf solche Fälle spezialisierten Finanzinvestor namens Trinity Investments weiterverkauft – zu marktüblichen Konditionen, wie es in Finanzkreisen heißt. Will heißen: Zwar erspart man sich dadurch, zusammen mit anderen Hedgefonds um möglichst große Anteile aus der Liquidierung der Insolvenzmasse zu kämpfen. Man verzichtet durch einen hohen Preisabschlag aber auch auf 80 Prozent oder sogar mehr der ursprünglichen Forderung.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Großkredit hat nun auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf den Plan gerufen. Ohne den Namen der Bank zu nennen, bestätigte sie, dass sie Ermittlungen gegen Verantwortliche wegen des Anfangsverdacht der Untreue aufgenommen habe. Hintergrund dürfte sein, dass die Ipex-Bank den Kredit trotz der erheblichen Betrugsvorwürfe gegen Wirecard vergeben hatte, ohne dabei jegliche Absicherungen vorzunehmen. Bei großen Krediten sichern sich Banken häufig gegen deren Komplett-Ausfall ab, indem sie zum Beispiel einen Teil der Forderung gleich weiterverkaufen, eine Ausfallpolice oder Gegengeschäfte abschließen.

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