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F.A.S. exklusiv : Wirecard-Kronzeuge bleibt in U-Haft

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Eins ein Hoffnungswert, mittlerweile längst ein Riesenskandal: Die Causa Wirecard ist längst nicht abgeschlossen. Bild: dpa

Die Staatsanwälte wollen auch Ex-Chef Braun im Gefängnis behalten. Der Insolvenzverwalter klagt derweil gegen eine Firma in Singapur.

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          Der Kronzeuge im Wirecard-Skandal bleibt bis auf Weiteres im Gefängnis. Die berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf die Münchner Justiz. Der Manager Oliver B., lange Jahre Statthalter des Pleitekonzerns im Mittleren Osten, kommt demnach nicht frei, da das Oberlandesgericht München die Untersuchungshaft verlängert hat.

          Dies bestätigten die Richter auf Anfrage der F.A.S. – und begründen dies so: Es bestehe weiterhin Verdunkelungs- und Fluchtgefahr. Die Anwälte des Beschuldigten wollten den Sachverhalt unter Hinweise auf das „laufende Ermittlungsverfahren“ nicht kommentieren, kein Wort auch dazu, ob sie juristische Schritte gegen die ausgiebige U-Haft einlegen.

          Eine längerer Gefängnisaufenthalt droht auch dem ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun, der schon seit Juli 2020 in Augsburg-Gablingen einsitzt. Auch in seinem Fall haben die Münchner Staatsanwälte den „weiteren Vollzug der Untersuchungshaft“ beantragt, nach ihrer Ansicht liegen die „Haftgründe weiterhin vor“, so die offizielle Auskunft gegenüber der F.A.S.

          Dem widersprechen Brauns Anwälte. „Die Verteidigung hält es für unverhältnismäßig, dass Markus Braun weiterhin in Untersuchungshaft gehalten wird“, sagt dessen Sprecher der F.A.S. Braun sei „nach seiner ersten Verhaftung allen Auflagen nachgekommen, es besteht weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr. Und er hat der Staatsanwaltschaft über viele Stunden hinweg Rede und Antwort gestanden – und ist weiter kooperativ.“ Dem Kronzeugen werfen die Braun-Anwälte vor, dass jener Oliver B. „die zu seinem Vorteil verbundenen Veruntreuungen in den Vernehmungen verschwiegen“ habe.

          Um den Schaden des Jahrhundertskandals für die Opfer zu mindern, hat Insolvenzverwalter Michael Jaffé nun Klage gegen eine Firma in Singapur eingereicht, wo ein deutscher Manager mit einschlägigen Wirecard-Kontakten die Fäden zog. Der Streitwert der Klage gegen die „oCap Management Pte. Ltd.“ beläuft sich laut Landgericht München auf exakt 7.785.130 Euro (Az 14 HK O 13693/20). Die fragliche Firma spielt laut Jaffé eine „zentrale Rolle“ beim Geldabfluss von Wirecard, sie hat noch im März 2020, wenige Wochen vor der Wirecard-Pleite, ein Darlehen von 100 Millionen Euro ausgereicht bekommen. „Insgesamt schuldet die oCap beziehungsweise die oCap Luxemburg den Wirecard-Gesellschaften rund 230 Millionen Euro“, zitiert die F.A.S. aus dem jüngsten Bericht des Insolvenzverwalters. Der Anwalt des Managers wollte dazu keine Stellung abgeben.

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