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Wirecard-Skandal : Mehr als eine halbe Milliarde Euro Privatvermögen eingefroren

  • Aktualisiert am

Nach ihm fahnden die Ermittler: Wo ist der ehemalige Wirecard-Manager Jan Marsalek? Bild: EPA

Die Staatsanwälte haben nach Informationen der F.A.S. Vermögen des ehemaligen Wirecard-Chefs Braun festgesetzt. Hinter seinem wichtigsten Manager sind noch andere her.

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          Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mehr als eine halbe Milliarde Euro an Privatvermögen eingefroren. Selbst damit könne jedoch nicht annähernd der entstandene Schaden ausgeglichen werden, berichtet die F.A.S. weiter.

          Betroffen von der Maßnahme ist demnach der ehemalige Vorstands-Vorsitzende Markus Braun, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Zudem betroffen ist demzufolge der flüchtige Vorstand Jan Marsalek sowie zwei weitere Personen.

          Braun gehören mehrere Immobilien in München, Wien und Kitzbühel. So ist er laut Grundbuchauszug Eigentümer von 113 Quadratmetern Wohnfläche in einer Jugendstilvilla in Bogenhausen, schreibt die F.A.S. - dort ist allerdings auch seine Ehefrau als Miteigentümerin vermerkt.

          Ein Herzenswunsch der Ehefrau

          Sein Vermögen hat Braun demnach über seine „MB Beteiligungsgesellschaft“ in München verwaltet. Aus den Handelsregistereinträgen ist ersichtlich, dass Brauns dort eingebrachtes Privatvermögen stetig gewachsen ist – auf 170 Millionen Euro im Jahr 2017. Ein Unternehmen in Brauns privatem Portfolio war eine Modemarke aus München, angeblich ein Herzenswunsch seiner Frau.

          Im Fall von Jan Marsalek jagen jetzt die Gläubiger hinter dem als Betrüger gesuchten Manager her, angefangen mit der Vermieterin des als „Marsalek-Villa“ bekannt gewordenen Anwesens in der Münchner Prinzregentenstraße. Die 81 Jahre alte Münchnerin, die nach dem Krieg eine florierende Schreinerei aufgebaut hatte und die Gewinne in Immobilien anlegte, hat seit zwei Monaten kein Geld mehr erhalten. Die Miete beläuft sich auf etwa 45.000 Euro im Monat.

          Jan Marsalek hat hierher gerne illustre Gäste eingeladen, berichtet die F.A.S.. Er war aber nicht offizieller Mieter des Gebäudes. Im Mietvertrag steht indes eine Gesellschaft namens „IMS Capital Partners“, die laut Eigenauskunft das Geld vermögender Privatleute in Unternehmen investiert.

          Zum Dunstkreis jener Investoren gehören diverse Unternehmen. Darunter sollen ein neu gegründeter  Corona-Schnelltest-Produzent sein und ein „nationaler und internationaler Ermittlungs- und Überwachungsdienst“.

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