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Gescheiterte Investorensuche : Windradhersteller Senvion steht vor Zerschlagung

Der Verkauf des insolventen Windlagenherstellers Senvion wird immer wahrscheinlicher. Bild: dpa

Ein Verkauf des insolventen Windanlagenherstellers Senvion in Teilen wird immer wahrscheinlicher. Vorerst hat sich Senvion finanzielle Unterstützung von Kreditgebern geholt.

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          Dem insolventen Windanlagenhersteller Senvion droht nach einer mehrere Monate andauernden Investorensuche mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zerschlagung. Auf Mitarbeiterversammlungen am Dienstag sei mitgeteilt worden, „dass ein Verkauf des Unternehmens als Ganzes immer unwahrscheinlicher wird“, teilte die Gewerkschaft IG Metall mit.

          Christian Müßgens
          (cmu), Wirtschaft

          Die Insolvenzverwalter hätten deshalb angekündigt, unverzüglich Verhandlungen über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich mit den Arbeitnehmervertretern aufzunehmen. Das Management sprach am Dienstag von fortgeschrittenen Gesprächen mit Investoren, die zeitnah zum Abschluss gebracht werden könnten.

          Für den Fall, dass die „Verkaufsbemühungen für das Gesamtunternehmen oder dessen zentrale Geschäftseinheiten“ scheiterten, müsse sich Senvion aber auf alle Optionen vorbereiten. Laut Mitteilung des Unternehmens hat sich das Management mit Kreditgebern auf eine finanzielle Unterstützung verständigt, die es ermöglicht, die Geschäfte „bis mindestens Ende August und möglicherweise darüber hinaus“ fortzuführen.

          Dadurch könne auch die Gespräche mit Investoren weiterlaufen. Zuletzt hatte es geheißen, Konkurrenten wie Siemens Gamesa, die spanische Acciona, der dänische Marktführer Vestas oder die japanische Toshiba seien am Unternehmen interessiert, das im April wegen Schwierigkeiten in der Abwicklung einiger Großprojekte in die Insolvenz gerutscht war. Die IG Metall forderte am Dienstag Transfergesellschaften für alle Mitarbeiter, deren Stellen nicht gerettet werden.

          Anleger, die mit der Senvion-Aktie auf den Boom erneuerbarer Energien spekulieren wollten, stehen vor den Ruinen ihres Investments. Der Aktienkurs ist von 15 Euro im Jahr 2016 auf aktuell nur noch etwa 40 Cent abgestürzt.

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