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Mehr Aktien für Altersvorsorge : Heftiger Widerspruch gegen Merz’ Vorschlag

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz auf einer Pressekonferenz am 31. Oktober 2018. Bild: EPA

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz will Aktien steuerlich besserstellen, wenn sie der Vorsorge für das Alter dienen. Das passt vielen nicht. Wie macht es Amerika?

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          In Deutschland gibt es eine sehr große Koalition gegen einen höheren Anteil von Aktien in der Altersvorsorge. Deshalb ist für SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Vorschlag von Friedrich Merz zur Förderung der Aktie „ein milliardenschwerer Gefallen für Reiche und vor allem für seine Kollegen bei Blackrock“. Der Arbeitnehmerflügel der CDU, deren Parteivorsitzender Merz werden möchte, fordert eine Stärkung der gesetzlichen Rente statt steuerlicher Vorteile für Kapitalanleger. Und Linke-Finanzpolitiker Fabio De Masi meint: Aktien „aus Steuermitteln subventionieren zu wollen, zeugt von einer billigen Schnorrer-Mentalität der Blackrock-Gruftis“. Nur die FDP springt ihm in der Sache bei. „Den Gedanken von Friedrich Merz, die Aktienkultur in Deutschland zu stärken, teile ich“, ließ Parteichef Christian Lindner auf Twitter wissen. „Aber warum so kompliziert?“

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Was schwebte Merz vor? In fünf Fragen eines Interviews der „Welt am Sonntag“ gab er eine Einschätzung zur Lage der Rente – einschließlich der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge. Konkret forderte er steuerliche Anreize. „Denkbar wäre ein jährlicher Freibetrag, unter dem man einen auf Aktien basierten Spar- oder Vorsorgeplan aufbaut“, sagte er. Die Deutschen wüssten, dass die staatliche Rente bald nicht mehr als eine Grundsicherung sein könne, und müssten deshalb stärker selbst vorsorgen. Merz will den Steuervorteil an den Zweck des Aktienpakets koppeln – nämlich die Alterssicherung. Wenn jährlich 100 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt flössen, um die Rente zu stützen, lasse sich ein kleiner einstelliger Milliardenbetrag verkraften, um solche Freibeträge einzuführen.

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