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Geldpolitik-Kommentar : Was macht die amerikanische Notenbank da?

Die Federal Reserve hat ihren Kurs geändert. Dafür gibt es mehrere Erklärungen – zwei sind sehr beunruhigend.

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          Die amerikanische Notenbank (Fed) hat unter Führung Jerome Powells den Kurs der geldpolitischen Normalisierung auf einem Leitzinsniveau beendet, das deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegt. Die Inflation blieb trotz der robusten Konjunkturentwicklung nicht nur stabil, sondern ließ zuletzt sogar leicht nach.

          Das Phänomen begleitet die Federal Reserve schon länger und hatte sie in der Vergangenheit nicht von moderaten Zinsschritten abgehalten. Das ist jetzt anders, und über die Ursachen lässt sich trefflich spekulieren.

          Eine beunruhigende Erklärung lautet, dass Powell und seine Kollegen trotz gegenteiliger Rhetorik nicht mehr an die Stärke der amerikanischen Konjunktur glauben. Die Schwäche wichtiger Handelspartner, die durch Donald Trumps Handelspolitik ausgelöste Unsicherheit und Washingtons politischer Stillstand geben tatsächlich Anlass zur Sorge.

          Und die Fed möchte keine Rezession beschleunigen. Alternativ glauben die Geldpolitiker nicht mehr, dass von vollbeschäftigten Arbeitsmärkten Inflationsgefahren ausgehen. Wahrscheinlich ist es von allem ein bisschen.

          Nur eine Erklärung darf nicht gelten: dass die Fed vor Trump eingeknickt ist.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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