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Fusion der Wertpapierdienste : Allianz von Crédit Agricole und Santander

Schriftzug und Logo von Crédit Agricole an einer Filiale der französischen Bank in Frankfurt am Main. Bild: dpa

Großbanken legen ihr Geschäft mit lukrativen Wertpapierdienstleistungen zusammen – so auch die französische Crédit Agricole und die spanische Santander. Das hat Folgen.

          Das Geschäft mit Wertpapierdienstleistungen schätzen die Banken, weil ihre darauf spezialisierten Einheiten, die sogenannten Depotbanken, stabile Erträge erzielen. Nun gibt es in Europa ein neues Bündnis, das in der Lage ist, den Markt der Depotbanken in Bewegung zu bringen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gerade teilten die französische Crédit Agricole und die spanische Santander mit, dass sie ihr Geschäft mit der Verwahrung von Wertpapieren und den zugehörigen Dienstleistungen zusammenlegen werden. Die Führung des Gemeinschaftsunternehmens werden die Franzosen übernehmen. Sie werden an der weiterhin unter dem Namen Caceis auftretenden Depotbank einen Anteil von 69,5 Prozent halten, Santander den Rest.

          Die fusionierte Depotbank verwahrt dann Papiere im Wert von rund 3,34 Billionen Euro und verwaltet weitere Aktien und Fonds im Wert von 1,83 Billionen Euro. Damit wird Caceis in Europa zu den führenden Wertpapierverwahrern aufschließen. Trotzdem werden die beiden französischen Rivalen BNP Paribas und Société Générale sowie die britische HSBC vom Volumen her vor der Crédit-Agricole-Einheit liegen.

          Amerikanische Ableger weitaus größer

          Doch die europäischen Anbieter liegen weit hinter den amerikanischen Adressen. So kommen die beiden Marktführer State Street und Bank of New York Mellon auf jeweils mehr als 30 Billionen Dollar an Wertpapieren unter Verwahrung. Die führenden europäischen Häuser kommen dagegen jeweils nur auf einstellige Euro-Billionen-Volumen. Santander hat das Geschäft mit Wertpapierdienstleistungen bislang unter der Marke „S3“ geführt. Die Einheit war in Spanien und Südamerika tätig. Santander wird aus der Zusammenlegung mit Crédit Agricole einen Buchgewinn von 700 Millionen Euro erzielen.

          Das Geschäft mit der Wertpapierverwahrung weist nur geringe Gewinnspannen auf. Deshalb sind hier Größenvorteile entscheidend. Crédit Agricole und Santander haben diesen Weg nun gewählt. Sie profitieren in einem schwierigen Geschäft in Zukunft von Größenvorteilen, ohne sich den Problemen einer vollständigen Fusion auszusetzen. Solche grenzüberschreitenden Zusammenschlüsse werden regelmäßig von führenden Bankenaufsehern der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert.

          Doch stehen diesen Projekten noch hohe Hürden wie zum Beispiel unterschiedliche nationale Regulierungen entgegen. Ein großes Problem sind die Eigenkapitalvorschriften. Demnach müssen die Tochtergesellschaften so mit Eigenkapitalvorschriften ausgestattet werden, wie sie die nationalen Aufseher von eigenständigen Instituten fordern. Das verteuert das Management des Eigenkapitals, was Banken, die von der EZB direkt kontrolliert werden, regelmäßig kritisieren.

          Auch in Deutschland nimmt der Wettbewerb unter den Depotbanken zu. Um die Marktführerschaft streiten sich die DWP Bank und HSBC Deutschland. Die DWP Bank verwaltet für Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie einige private Institute 4,7 Millionen Wertpapierdepots. Dahinter liegt HSBC mit 350000 Depots. Dafür sind deren Kunden deutlich reger im Wertpapierhandel. HSBC kommt auf 55 Millionen Transaktionen im Jahr, die DWP Bank nicht einmal auf die Hälfte. Vom Jahr 2020 an wird HSBC ihre Dienstleistungen der Commerzbank anbieten. Dann dürften weitere 40 Millionen Transaktionen im Jahr hinzukommen. Derzeit betreut HSBC Direktbanken wie Consors, Onvista oder DAB Bank, deren Kunden Wertpapiere und Fonds sehr oft handeln.

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