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Geldanlage : Das Dividenden-Debakel

Der Handelssaal der Frankfurter Börse. Bild: Felix Schmitt

Aktien mit hohen Ausschüttungen sollen eigentlich Ruhe ins Depot bringen. 2020 ist davon nichts zu sehen: Die Dividenden fallen reihenweise aus.

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          Es muss der deutschen Finanzbranche wie ein Geschenk des Himmels vorgekommen sein: Vor einigen Jahren begannen Deutschlands Anleger, eigentlich als extrem vorsichtig bekannt, sich auf einmal vermehrt für Aktien zu interessieren. Allerdings für eine sehr bestimmte Art von Aktien, die sogenannten Dividendenaktien. Kursschwankungen kommen hier zwar vor, sind aber idealerweise weniger stark als bei anderen Wertpapieren. Und regelmäßige Ausschüttungen an die Aktionäre, Dividenden genannt, sind der eigentliche Clou. Was die Branche in Nullzinszeiten zu dem Werbespruch „Die Dividende ist der neue Zins“ inspirierte.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Natürlich war die Gleichsetzung von Dividende und Zins schon immer Humbug. Denn anders als bei den Zinsen einer Anleihe ist ein Unternehmen nicht verpflichtet, Geld an seine Aktionäre auszuschütten. In Zeiten steigender Kurse –im Prinzip also fast im gesamten vergangenen Jahrzehnt – musste man sich als Anleger deswegen allerdings kaum Gedanken machen. Denn die Ausschüttungen im Dax stiegen mit schöner Regelmäßigkeit fast in jedem Jahr. Noch 2019 zahlten die Dax-Konzerne ihren Aktionären insgesamt mehr als 38 Milliarden Euro an Dividenden. Ein Rekordwert.

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