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Mietkauf : Wie Ökonomen aus Mietern Eigentümer machen wollen

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Demonstration in Hamburg. Die Wohnungsnot ist eines der großen ungelösten Probleme. Bild: dpa

Haushalte mit wenig Geld könnten dank staatlicher Förderung nach rund zwei Jahrzehnten zu Wohnungseigentümern werden. Das Mietkauf-Modell des DIW wäre zumindest eine Alternative zu Enteignungen und Mietpreisbremsen.

          Die Zusammenarbeit eines Ökonomen mit einem Finanzberater ist nicht alltäglich, kann aber zu interessanten Ergebnissen führen. So schlagen Markus Grabka aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der freie Finanzberater Peter Gründling ein neues Modell vor, das vor allem einkommensschwachen Familien beim Wohnungskauf helfen soll.

          Die Autoren der DIW-Studie  plädieren in einer am Mittwoch vorgelegten Studie für einen staatlich geförderten Mietkauf – einer Mischung aus Miete und Kauf. Der Staat träte dabei als Bauherr für Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern auf. Die Wohnungen würden bevorzugt an Familien mit Kindern vergeben, deren Haushaltsvorstand nicht älter als 40 Jahre sei und die über kein nennenswertes Eigenkapital verfügten. Anstelle monatlicher Mieten würden die Erwerber mit einer konstanten monatlichen Zahlung über die Jahre Stück für Stück Eigentümer.

          Der Studie zufolge könnte über einen Zeitraum von zehn Jahren rund eine halbe Million Haushalte per Mietkauf zu Immobilieneigentümern werden, wenn man etwa die Kosten des Baukindergeldes zugrunde lege, das insgesamt mit rund zehn Milliarden Euro zu Buche schlage.

          Andere Instrumente wie Mietendeckel oder Enteignungen setzten nur am Symptom stark gestiegener Mieten an, „ohne die grundlegenden Probleme auf dem Immobilienmarkt zu beseitigen“, kritisierte DIW-Autor Markus Grabka. Das Mietkaufmodell könne für mehr Neubau sorgen.

          Die künftigen Eigentümer würden dabei von günstigen Finanzierungskosten profitieren, da sich der Staat derzeit faktisch zinsfrei Geld beschaffen könne. Den Zinsvorteil könne er an die Mietkäufer weiterreichen. Eine Beispielrechnung der Autoren geht von einer 100-Quadratmeter-Wohnung aus, für deren Bau sie 210.000 Euro inklusive Nebenkosten veranschlagen. Bei einer Monatsrate von 933 Euro sei die Wohnung in gut 24 Jahren abbezahlt. Dies sei kaum mehr als die monatlichen Mietkosten. Eine Familie mit Kindern habe 2017 in einer Großstadt durchschnittlich rund 750 Euro Kaltmiete gezahlt.

          Die Eigentumsquote ist in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Italien und Spanien gering. Anfang 2018 verfügten nur 47,5 Prozent der Haushalte über Haus- oder Grundbesitz.

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