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Testament des Dichters : Vererben wie Heinrich Heine

  • -Aktualisiert am

Das Grab des Schriftstellers Heinrich Heine auf dem Friedhof Montmartre in Paris. Bild: picture alliance / Goldmann

Er war einer der größten Dichter deutscher Sprache und ein gut bezahlter Star der damaligen Literaturszene. Fünf Jahre vor seinem Tod machte er sein Testament – und hinterließ ein erstaunliches Dokument.

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          Sein klarer Blick auf die Verhältnisse machte Heinrich Heine zu einem der berühmtesten Dichter Deutschlands. Seine spitze Feder konnte verletzend sein. Was mag der zynische Denker, dessen Schriften in Deutschland zeitweise verboten waren, in sein Testament geschrieben haben? War der radikale Verfechter demokratischer Ideale auch letztwillig mehrdimensional und souverän in Witz und Sprache? Kurz gesagt: Nein, Heine macht sich im Testament klein, der Schriftsteller fleht seine Hinterbliebenen darin an. Beim eigenen letzten Willen fehlen die Satire aus dem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ und auch der Sarkasmus aus seinem Gedicht „Testament“: „Ich mache jetzt mein Testament, es geht nun bald mit mir zu End. (…) Den deutschen Freiheits- und Gleichheitstraum, die Seifenblasen vom besten Schaum, vermach ich dem Zensor der Stadt Krähwinkel; nahrhafter freilich ist Pumpernickel.“

          Heinrich Heine stirbt am 17. Februar 1856 in Paris und wird drei Tage später auf dem Friedhof Montmartre beerdigt. Sein Testament hat er schon am 13. November 1851 errichtet. Da Heine gelähmt und bettlägerig ist, kommen hierzu zwei Notare und als Zeugen zwei Nachbarn in sein Schlafzimmer im zweiten Stock der Rue d’Amsterdam 50 in Paris und beurkunden in französischer Sprache das von dem promovierten Juristen Heine diktierte Testament. Wenig überraschend setzt Heine, verheiratet, aber kinderlos, seine Ehefrau Mathilde Crescence Heine zu seiner Alleinerbin ein und ernennt einen Testamentsvollstrecker zur Erleichterung der Erbabwicklung.

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