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Was die Parteien fordern : „Das System Bargeld kann kippen“

Schön bunt und leicht zu stapeln: Die Nachfrage nach Euro-Scheinen hat stark zugenommen. Bild: dpa

Parteien legen sich fürs Bare ins Zeug, als gäbe es kein Morgen. Wie groß ist die Gefahr, dass Scheine und Münzen bald verschwinden?

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          Das gute alte Bargeld lebt. Zumindest einen Sommer lang in einer Frankfurter Einkaufsstraße. Dort ansässige Einzelhändler sind auf die findige Idee gekommen, ihren Kunden ein „nostalgisches Einkaufserlebnis“ zu bieten. Konkret heißt das: Wer zu Hause noch irgendwo D-Mark herumliegen hat, der kann die Münzen und Scheine von anno dazumal zusammenkratzen und damit shoppen gehen. Einkaufsbeträge werden nach dem offiziellen Umtauschkurs berechnet, wonach 1,95583 D-Mark einem Euro entspricht. Wechselgeld geben die Läden nicht heraus, stattdessen einen Gutschein über den Restbetrag.

          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bei ihm hätten seit Anfang August „eine ganze Menge Leute“ in D-Mark bezahlt, sagt Franz Steul, Inhaber eines Geschäfts für Haushalts- und Spielwaren sowie Vorsitzender des örtlichen Gewerbevereins. Jenseits dieser Tauschaktion allerdings würden seine Kunden immer öfter aufs Bargeld verzichten und lieber elektronisch bezahlen. „Die Karte passt mehr in unsere Zeit“, sagt Steul. Er selbst spare aber keine Arbeit bei Abrechnung und Kontrolle.

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