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Vor geplanter Fusion : Wie die Deutsche Bank im Investmentbanking Federn lässt

Die beiden Türme der Deutsche Bank AG in Frankfurt. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Erträge der Investmentbanken brechen in Europa um ein Drittel ein. Doch trotz der Risiken kann eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank durchaus sinnvoll sein.

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          Da hatte sich die Deutsche Bank wohl zu früh gefreut: Im ersten Quartal ist sie gemessen an den Gebühreneinnahmen im Investmentbanking auf dem deutschen Markt nur auf dem zweiten Platz hinter JP Morgan gelandet. Vor zwei Wochen hatten die beiden Deutschland-Chefs im Investmentbanking der Deutschen Bank, Patrick Frowein und Berthold Fürst, unter Berufung auf Zahlen des britischen Finanzdatenanbieters Dealogic berichtet, nach zweieinhalb Monaten den Spitzenplatz im deutschen Markt einzunehmen. Nun meldet Dealogic, dass im Geschäft mit der Beratung von Fusion und Übernahmen sowie der Plazierung von Anleihen oder Aktien die amerikanische Bank JP Morgan mit Einnahmen von 51 Millionen Dollar den ersten Rang eingenommen hat.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Deutsche Bank kam mit 39 Millionen Dollar auf den zweiten Platz. Sie befindet sich derzeit selbst in Fusionsverhandlungen. Der Commerzbank dürfte es egal sein, ob der größere Nachbar im ersten Quartal in Deutschland die wichtigste oder nur die zweitwichtigste Investmentbank gewesen ist. Viel wichtiger ist die Ertragskraft des Geschäftsbereichs, dessen Altlasten aus der Finanzkrise und die Rechtsrisiken die Deutsche Bank in die schwerste Krise ihres fast 150-jährigen Bestehens gestürzt haben. Da sieht es schlecht aus, denn die Erträge der Investmentbanken sinken auf der ganzen Welt. Nach Dealogic-Zahlen lagen sie in den ersten drei Monaten mit 17,4 Milliarden Dollar um eine Milliarde Dollar unter dem Vorjahreszeitraum und um fast 4 Milliarden Dollar unter dem Niveau des Auftaktquartals 2017.

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