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Folgen der Corona-Krise : Deutsche Unternehmen kämpfen um Ratings

Autozulieferer Continental: Zum Ramschbereich fehlen noch zwei Stufen Bild: dpa

Moody’s und S&P erwarten weitere Herabstufungen. Die kommenden Quartale entscheiden über die Kreditwürdigkeit. Hohe Dividenden sind dafür eher schlecht.

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          Die Lufthansa hat es in der Corona-Krise wohl am schlimmsten erwischt. Aber auch andere deutsche Unternehmen mit klangvollen Namen stehen unter besonderer Beobachtung der Finanzmärkte und der Ratingagenturen. Denn die Kreditwürdigkeit der meisten Unternehmen hat unter dem wirtschaftlichen Stillstand gelitten und wird in der drohenden Rezession weiter leiden. Die Ratingagentur Moody’s hatte das Rating der Lufthansa schon Mitte März von „Baa3“ auf „Ba1“ herabgestuft. Der derzeit in Verhandlungen über Staatshilfe stehende Luftfahrtkonzern flog damit aus dem investitionswürdigen Bereich und genießt nun am Anleihemarkt das Attribut „Ramschstatus“. Die Ratingagenturen sprechen hier vom „spekulativen Bereich“. In dieser Bonitätsklasse steigen die Risikoaufschläge und damit die Finanzierungskonditionen. Zudem dürfen bestimmte Investoren wie Versicherer oder Pensionsfonds hier nicht oder nur sehr eingeschränkt Geld anlegen. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) kauft nicht diese Anleihen, aber prüft dies einer Reuters-Meldung zufolge.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Noch investitionswürdig, also Investment Grade, ist bei Moody’s der Autozulieferer Continental, dessen Bonitätsnote Mitte März auf „Baa2“ gesenkt wurde. Zum Ramschbereich fehlen noch zwei Stufen. Die letzte mit Investment Grade vereinbare Ratingnote ist „Baa3“, bei Standard&Poor’s (S&P) „BBB–“. Auf „Baa3“ befinden sich bei Moody’s derzeit mit negativem Ausblick MTU, Deutsche Raststätten und Voith. Der Autozulieferer Schaeffler muss um sein Investment Grade bangen: Er liegt ebenfalls auf „Baa3“, aber Moody’s prüft eine Herabstufung.

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