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Mehr Dividende, aber später : Wie Banken ihre Aktionäre bei Laune halten

Im Park vor der Deutschen Bank freut sich schon seit vielen Jahrzehnten und zu jeder Zeit der „Lachhannes“. Bild: EPA

Bankaktien sind beliebt. Das liegt vor allem an den steigenden Zinsniveaus. Aber auch zu den Dividenden haben sich die Banken einen Trick einfallen lassen.

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          Frühlingsgefühle in der Deutschen Bank. Nachdem sich der Aktienkurs nun schon seit einigen Wochen kräftig erholt und die Anteilsscheine inzwischen immerhin wieder mehr als 10 Euro wert sind, gewinnen nun auch die Ratingagenturen wieder an Zuversicht. Nach Fitch hat nun auch Standard & Poor‘s (S&P) ihren Ausblick für die Bonitätseinstufung des Geldhauses von negativ auf positiv angehoben. Das Rating selbst bleibt zwar weiterhin auf BBB+, was nur drei Stufen über Ramschniveau liegt. Doch den Refinanzierungsbedingungen der Bank dürfte schon der verbesserte Ausblick gut tun. Auch am Montag legte die Aktie denn auch weiter zu, mit einem Plus von zwischenzeitlich 2,6 Prozent ist sie so viel wert wie zuletzt im Sommer 2018.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es sind vor allem die steigenden Renditen an den Anleihemärkten, die derzeit in der gesamten europäischen Bankenlandschaft die Stimmung der Anleger heben. Schließlich dürften sie die Zinsniveaus auf vielen Finanzmärkten anheben, was am Ende auch zu steigenden Zinsergebnissen in den Banken führen sollte. Allein die Deutsche Bank rechnete zuletzt vor, dass ihr im vergangenen Jahr im Privatkundengeschäft ein dreistelliger Millionenbetrag „verloren“ gegangen sei, weil die Zinsniveaus in der Corona-Krise weiter absanken. Auch die Aussicht, dass mit zunehmenden Impfungen die Einschränkungen für die Wirtschaft bald gelockert werden, lässt Bankaktionäre hoffen. Die Kreditausfälle, für die alle Banken im vergangenen Jahr große Summen an Risikovorsorge zurückgelegt haben, könnten so am Ende doch niedriger ausfallen als befürchtet.

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