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Konkurrenz für Wework : Co-Working ohne „Co“

Knotel-Gründer Amol Sarva Bild: Knotel

Das Unternehmen Wework hat Bürovermittlung hip gemacht. Der Wettbewerber Knotel versteht sich als Gegenentwurf – und traut sich zu, den Wettbewerber zu überholen.

          Amol Sarva versteht es, aufzufallen. Zum Gespräch in der New Yorker Zentrale seines Unternehmens Knotel erscheint er in Slippern mit Leopardenmuster, um den Hals trägt er eine riesige Muschelkette, die an Urlaub in der Südsee denken lässt. An seinem grünen Jackett hängt ein mit einer Sicherheitsnadel befestigtes Etikett mit der Aufschrift „XL“. Er habe es witzig gefunden und deshalb dran gelassen, sagt er. Mit dem Spaß hört es aber schnell auf, wenn Sarva über sein Geschäft mit Bürovermittlung spricht. Dann sind von ihm Kampfansagen zu hören, die auf seinen prominentesten Wettbewerber Wework abzielen. „Wir werden einmal viel größer als Wework sein,“ sagt er. Und um diesen Anspruch zu untermauern, zückt er sein Smartphone und liest vor, über wie viel Bürofläche zur Anmietung er gerade auf der ganzen Welt verhandelt: fast 200.000 Quadratmeter unmittelbar vor Vertragsabschluss und noch einmal mehr als 300.000 Quadratmeter in weit vorangeschrittenen Gesprächen. Allein in New York führe Knotel derzeit Verhandlungen mit Inhabern von mehreren hundert Gebäuden.

          Gegenentwurf zu Wework

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Knotel will nicht nur größer als Wework sein, sondern auch anders. Sarva beschreibt sein Unternehmen als eine Art Gegenentwurf. Wework ist für Co-Working bekannt, also gemeinschaftliche Büronutzung. Das 2010 gegründete Unternehmen mietet Büroräume an, stattet sie mit moderner Infrastruktur und hipper Optik aus, und vermietet sie dann weiter. Es ist ein Angebot, das zunächst vor allem bei Freiberuflern und kleinen Start-up-Unternehmen genutzt wurde, wobei Wework mittlerweile auch Großkonzerne wie Microsoft oder Adidas als Kunden reklamiert. Wework ist zu einem Aufsteiger der amerikanischen Start-Up-Szene geworden und wurde von Investoren zuletzt mit 47 Milliarden Dollar bewertet, derzeit wird der Börsengang vorbereitet.

          Sarva hat mit Knotel zwar einige zentrale Elemente von Wework übernommen. Das Unternehmen vermittelt ebenfalls Büros, kümmert sich um deren Design und Verwaltung und erlaubt seinen Kunden eine flexible Nutzung der Flächen, die keine langfristige Bindung erfordert. Aber es hat gewissermaßen das „Co“ aus dem „Co-Working“ gestrichen, denn seine Büroflächen sind nicht als bunt gemischter Tummelplatz konzipiert. Sie sind vielmehr für einzelne Unternehmen gedacht, deren Mitarbeiter unter sich bleiben. Und anders als der Rivale Wework, der seine Büros mit seinem eigenen Namen versieht, hält sich Knotel im Hintergrund. In seinen Immobilien tauchen nur die Namen der Kunden auf. Sarva sagt, im Schnitt seien in den Knotel-Büros 100 Mitarbeiter eines Unternehmens untergebracht, manchmal könnten es auch 500 sein. Zu seinen Kunden zählt er Netflix und Daimler.

          Nach Sarvas Darstellung gibt es einige Gründe, warum Unternehmen sich Büros nicht nach dem Wework-Prinzip teilen wollen. Zum Beispiel um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen nach außen dringen. Oder weil sie gerne Büros haben, die sich wie ihre eigenen anfühlen, auch wenn sie es nicht sind. Zudem hätten traditionelle Co-Working-Büros den Ruf einer Übergangslösung. „Die meisten Leute sagen nicht: ‚Mein Büro ist bei Wework.‘ Sondern: ‚Mein Büro ist im Moment bei Wework.‘“ Sarva zeigt sich nicht sonderlich beunruhigt davon, dass Wework derzeit selbst verstärkt versucht, größere Unternehmen als Kunden zu gewinnen und sich damit auf sein Terrain wagt. Er mutmaßt, dass diese Unternehmen Wework in vielen Fällen nur für kleinere Gruppen von Mitarbeitern nutzen.

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