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Negativzinsen : Millionen bei Gericht

Das Amtsgericht Düsseldorf hat jetzt die Hand auf den Millionen der Sparer. Das Geld ruht auf einem Konto der Bundesbank. Bild: dpa

Unglaublich eigentlich, was einem Sparer als Folge der Negativzinsen passieren kann: Im schlimmsten Fall kommt er nicht mehr so leicht an sein Geld.

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          Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang. Die Stadtsparkasse Düsseldorf überweist 2,43 Millionen Euro an das Amtsgericht Düsseldorf. Geld, das Sparer bei ihr auf den Konten liegen hatten. Sie sollten das Geld umschichten oder einen Vertrag über ein Verwahrentgelt unterschreiben.

          Die Sparkasse hat durchaus etwas mit sich verhandeln lassen. Wer sich aber nicht gemeldet hat, dessen Konto wurde gekündigt, das Geld wurde eingefroren und jetzt zur Hinterlegung ans Gericht überwiesen. Damit ist es nicht weg, aber der Sparkassenkunde kommt nur mühsam dran.

          Aus Sicht der Sparer ist das eigentlich ungeheuerlich. Rechtlich mag das abgesichert sein. Aber dass es einem als Sparer bei der Einführung von Negativzinsen so ergehen kann, erschreckt einen doch sehr.

          Aber klar: Auch andere Banken werden vor dem Problem stehen, was sie machen, wenn sie Negativzinsen bei Bestandskunden nur auf dem Verhandlungswege einführen können, aber manche Kunden sich grundsätzlich weigern, auch noch Geld dafür zu zahlen, dass sie der Sparkasse ihr Erspartes überlassen dürfen. Der Verweis auf die EZB, die 2014 mit den Negativzinsen angefangen hatte, dürfte Sparer wenig beruhigen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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