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Weniger CO2 : Deutsche Bank stoppt Kredite für Kohle

Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank während einer Pressekonferenz Bild: dpa

Vorstandschef Christian Sewing will mit dem Schritt den EU-Plan unterstützen, bis 2050 CO2-neutral zu wirtschaften. Noch stehen milliardenschwere Kredite an die Öl- und Gasindustrie in der Bilanz.

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          Die Deutsche Bank wird spätestens 2025 keine Projekte zum Abbau von Kohle mehr finanzieren. Eine neue interne Richtlinie umfasse sowohl den Stopp von Krediten an Kohlekraftwerke als auch Kapitalmarkttransaktionen wie die Plazierung von Anleihen, teilte die Deutsche Bank am Montag mit. Auch für die Branche Öl und Gas hat sich Deutschlands größtes Kreditinstitut zu strengeren Regeln verpflichtet. „Damit werden wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten und das Ziel der EU unterstützen, bis 2050 CO2-neutral zu wirtschaften“, sagte Vorstandschef Christian Sewing.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Derzeit hat die Deutsche Bank laut ihres Geschäftsberichts 2019 rund 8,4 Milliarden Euro und damit 2 Prozent ihrer gesamten Kredite an Unternehmen der Öl- und Gasindustrie vergeben.

          Ab sofort nicht mehr finanzieren wird die Bank nun Fracking-Projekte in Ländern mit extremer Wasserknappheit, neue Öl- und Gas-Projekte in der Arktis und neue Ölsand-Projekte. Energieunternehmen, die gemessen an der vorhandenen Energieerzeugungskapazität oder der tatsächlichen Energieerzeugung zu mehr als 50 Prozent von Kohle abhängig sind, will die Deutsche Bank nur noch dann bedienen, wenn glaubwürdige Diversifizierungspläne vorliegen.

          Bis Ende dieses Jahres will sie ihre Kundenbeziehungen in Europa und den Vereinigten Staaten daraufhin überprüfen, in Asien ab 2022. Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald erklärte, die Pläne seien ein guter Anfang, gingen aber nicht weit genug. Die Deutsche Bank hinke ihren Konkurrenten hinterher.

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