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Corona-Krise : Schulden steigen weltweit auf Rekordwert

Schuldenuhr am Sitz des Bundes der Steuerzahler in Berlin: Sie tickt seit Monaten im Corona-Krisenmodus. Bild: dpa

Nicht nur die Hilfsmaßnahmen der Regierungen lassen die Schulden in der Welt auf einen Höchstwert anschwellen. Auch die Unternehmen tragen dazu bei.

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          Die Corona-Krise und die damit verbundenen staatlichen Hilfsmaßnahmen haben die Schulden in der Welt auf einen Rekordwert klettern lassen. Wie der Bankenverband Institute of International Finance (IIF) mitteilte, beliefen sich diese Ende März auf 258 Billionen Dollar. Das entspricht 331 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, also des „Bruttoinlandsprodukts“ (BIP) der Weltwirtschaft. Ende 2019 betrug diese Kennziffer 320 Prozent und lag damit um 11 Prozentpunkte niedriger.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im zweiten Quartal dürften die Schulden noch einmal gestiegen sein. Nach Angaben des IIF beliefen sich die Anleiheemissionen zwischen April und Ende Juni auf 12,5 Billionen Dollar – der mit Abstand bislang höchste Quartalswert. Der Quartalsdurchschnitt lag 2019 bei 5,5 Billionen Dollar. Die Regierungen haben bislang Hilfsmaßnahmen zur Abfederung der durch die Quarantäne ausgelösten Rezession in Höhe von 11 Billionen Dollar beschlossen. Weitere 5 Billionen Dollar seien geplant, schreibt der IIF.

          Fast zwei Drittel des Schuldenanstiegs im ersten Quartal entfallen auf Unternehmen. Im Finanzsektor seien die Schulden seit dem Jahr 2016 um 8 Billionen auf 64 Billionen Dollar gestiegen, während die übrigen Unternehmen im gleichen Zeitraum ihre Verbindlichkeiten um 12 Billionen auf 75,5 Billionen Dollar ausgeweitet haben. Aufgrund der reichlich vorhandenen Liquidität dank der Anleihekaufprogramme und anderer Rettungsmaßnahmen der Notenbanken erwartet der IIF einen beschleunigten Anstieg der Unternehmensschulden.

          Während die Staatsschulden in den Industrieländern Ende März fast 113 Prozent des BIP erreichten, lagen sie in den Schwellenländern bei knapp 54 Prozent. Aber hier sind die Unternehmensschulden mit 96 Prozent höher als in den Industrieländern mit 93 Prozent.

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