https://www.faz.net/-gv6-909g5

Wells-Fargo-Skandal : Kredite Tausender Kunden platzten - Autos weg

  • Aktualisiert am

Eine Filiale der Bank Wells Fargo im Bundesstaat North Carolina. Bild: Reuters

Die amerikanische Großbank Wells Fargo ist in den nächsten Skandal verwickelt. Nun kommen neue Details heraus. Die Bank bittet um Entschuldigung und bietet Geld.

          1 Min.

          Die nun in den nächsten Skandal verwickelte amerikanische Großbank Wells Fargo will viele Kunden entschädigen, denen sie teure Autoversicherungen verkaufte - ohne deren Wissen. Wie die „New York Times“ am Freitag aus einem internen Bericht zitierte, geht es dabei um mehr als 800.000 Kunden. Die Bank bestätigte die Geschäftspraxis in einer Mitteilung und kündigte millionenschwere Entschädigungen an.

          Das Geldhaus soll von Januar 2012 bis Juli 2016 für zahlreiche Kunden bei Autofinanzierungen zusätzlich teure Unfallversicherungen abgeschlossen haben, ohne sie vorher darüber zu informieren. Die Kosten für den Kollisionsschutz, der häufig gar nicht benötigt wurde, weil Kunden bereits anderweitig versichert waren, wurden zusammen mit den Kreditzinsen und Darlehensraten vom Bankkonto abgebucht.

          Dadurch kam es teilweise zu Überziehungen und Zahlungsproblemen. Im Falle von mehr als 20.000 Kunden platzten die Kredite und sie verloren ihre Autos. „Wir übernehmen die volle Verantwortung und bedauern den Fehler zutiefst“, sagte Franklin Codel, Leiter des Verbraucherkreditgeschäfts von Wells Fargo. Die Bank kündigte Entschädigungen von insgesamt 80 Millionen Dollar (umgerechnet 68 Millionen Euro) an.

          Es bleiben allerdings Unklarheiten. So ist von Seiten der Bank von 570.000 betroffenen Kunden die Rede - deutlich weniger als in dem internen Bericht, auf den sich die „New York Times“ bezieht. Fest steht, dass das Problem für die Bank zu einer denkbar schlechten Zeit kommt. Nach einem Skandal um mehr als zwei Millionen unautorisierte Bank- und Kreditkartenkonten hat ihr Image bereits stark gelitten.

          Weitere Themen

          Eine Börsenwoche zum Gruseln

          Dax mit hohen Verlusten : Eine Börsenwoche zum Gruseln

          Der Auftakt zur Berichtssaison ging daneben. Die SAP-Aktie verliert in dieser Woche 27 Prozent. Die Deutsche Bank dagegen ist Dax-Gewinner im Oktober. Nächste Woche kommen weitere Unternehmensberichte auf die Anleger zu.

          Kein Sparkassenkunde kommt an unseren Fonds vorbei

          Neuer Deka-Chef im Interview : Kein Sparkassenkunde kommt an unseren Fonds vorbei

          Seit Anfang 2020 ist Georg Stocker Vorstandschef der Deka. In seinem ersten Interview berichtet er über den boomenden Fondsverkauf, über Fusionen, Personalabbau und Digitalisierung. Und wie die Deka mit CO2-senkenden Investments für sich und andere klimaneutral werden will.

          Topmeldungen

          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Bundesliga im Liveticker : 0:0 – Kein Elfmeter für Schalke

          21 Bundesligaspiele in Serie hat Schalke ohne Sieg beendet. Schlechter war bisher nur ein Team. Gelingt gegen Stuttgart nun erstmals seit Januar wieder ein Erfolg? Es geht munter los. Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.